Der Zeitplan für die Arbeiten zur Gestaltung des Domplatzes steht: Sie sollen früher als geplant bereits im Mai beginnen. Das würde bedeuten, dass im Sommer das angekündigte Musical über Friedensreich Hundertwasser nicht aufgeführt werden kann. Die Veranstalter suchen nun Alternativen.

Altstadt l "Es gibt manchmal Sachen, die einfach nicht zu ändern sind", sagte gestern OB Lutz Trümper im Volksstimme-Gespräch. Dazu gehört die geplante Umgestaltung des Domplatzes, die durch Fördergeld schneller als geplant stattfinden und abgeschlossen werden kann. Nicht in fünf Jahren, sondern bereits im Sommer 2013 soll der historische Platz im Zentrum der Stadt in neuem Glanze die Besucher erfreuen.

Wenig erfreulich ist dies allerdings für die Produzenten von "Friedensreich. Das Hundertwassermusical". Die Uraufführung war für den 2. August 2012 angekündigt worden - davon ausgehend, dass die Bauarbeiten erst im Sommer starten und zumindest ein Teil des Platzes für das Musicalereignis zur Verfügung stehe.

Dumm nur, dass die Nutzung des Aufführungsortes noch nicht vertraglich fixiert war.

Karsten Standke, Chef des Theaters Grüne Zitadelle, welches das Musical produziert, stellte in der vorigen Woche OB Lutz Trümper das Vorhaben im persönlichen Gespräch detailliert vor. Dieser versprach, noch vor Weihnachten die Möglichkeit einer Aufführung, abhängig von der Domplatzgestaltung, zu klären. Das tat er. Auf Volksstimme-Nachfrage gab Trümper gestern Auskunft: "Der Zeitplan steht, wir legen jetzt los." Die Investition werde im Januar im Haushalt abschließend beraten, dann folgt die Ausschreibung. Mit den archäologischen Grabungen solle bereits im Januar/Februar begonnen werden - je nach Wetterlage.

Entsprechend dem aktuellen Plan sollen die Baumaßnahmen nicht im Sommer, sondern bereits im Mai beginnen. Im Sommer wäre dann das ganze Areal betroffen. "Nach diesem Plan wird zu dieser Zeit keine Bespielung möglich sein." Die Gestaltung des Domplatzes war zunächst für fünf Jahre geplant, dank des Fördergeldes können die Arbeiten jedoch intensiver betrieben und bereits nach rund einem Jahr fertig sein. Das sei eine "Chance, die es so nicht wieder geben" wird, betont Trümper.

Damit stehen nun jedoch die Musical-Produzenten vor der Entscheidung, was aus ihrem Projekt wird. "Wir werden es auf jeden Fall fertig produzieren und wollen es effektvoll zur Aufführung bringen." Es sei bereits fast fertig, der Text geschrieben, die Musik bearbeitet, erste Songs interpretiert. "Die letzten fünf Lieder müssen noch arrangiert werden", so Standke. Das Musical ist ein Projekt mit viel Potenzial, betont er, damit werde man nicht leichtfertig umgehen. Gemeinsam mit dem Autor und dem Regisseur müsse man nun beraten, "welche sinnvolle Alternative es gibt, um die Uraufführung noch 2012 hinzubekommen". Sie hätten bereits ein Ausweichareal im Blick, müssen jedoch die Nutzungsmöglichkeit noch klären.

Kommt dies nicht in Frage, muss die Uraufführung in das Jahr 2013 verschoben werden. Dann allerdings stehe die Frage, ob sie in Magdeburg stattfinden wird oder in Wien. Für Österreichs Hauptstadt, aus der Friedensreich Hundertwasser stammt, sei die Inszenierung für 2013 seit Längerem bereits geplant.

"Natürlich wäre es uns lieber, die Uraufführung in unserer Stadt auf die Bühne zu bringen", betont der Magdeburger Standke.

Bis 15. Januar 2012 müssen sich die Produzenten entschieden haben. Bis dahin müssen die Verträge mit den Künstlern unterschrieben werden - oder abgesagt.

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