Der Damaschkeplatz gehört nicht gerade zu Magdeburgs Vorzeige-Objekten. Mit dem Tunnelbau soll das anders werden und durch den Bebauungsplan "Westlicher Damaschkeplatz".

StadtfeldOst l Der Damaschkeplatz hat eine Doppelfunktion: Er ist eines der "Tore" zur Magdeburger Innenstadt, etwa vom Ring aus, und er ist das "Tor" zum Stadtteil Stadtfeld. Allerdings richtig erkennen könne man das zurzeit nicht, sagt Heinz-Joachim Olbricht, Leiter des Stadtplanungsamtes. Das liegt vor allem an dem Gelände-Dreieck zwischen Adelheidring, Olvenstedter Straße und Michael-Lotter-Straße. Gegenüber diesem Flurstück ist das Landesverwaltungsamt zu finden, das mit seinem markanten historischen Gebäude die eine Seite des "Tores" nach Stadtfeld bildet. Auf dem besagten Grundstück gegenüber ist aber kein wirkliches Gebäude zu finden, das den zweiten "Pfeiler" des Tores bilden könnte, so Heinz-Joachim Olbricht. Dort gibt es nur einen großen Parkplatz, ein Trafo-Häuschen und eine Fläche für Veranstaltungen. Aus städtebaulicher Sicht ein eher trostloser Anblick. Und wenn man bedenkt, dass diese "Ecke" viele Besucher, die über den Ring in die Innenstadt kommen, begrüßt, ist klar: Das ist den Stadtplanern ein Dorn im Auge. Perspektivisch müsse dort etwas passieren, so Olbricht. Und in der Denkweise von kommunalen Stadtplanern bedeutet dies: Es muss ein Bebauungsplan mit einer klaren Aussage her.

Der heißt Bebauungsplan "Westlicher Damaschkeplatz" und soll jetzt auf den Weg gebracht werden und wurde Anfang dieser Woche bereits in der Dienstberatung des Oberbürgermeisters besprochen und für gut befunden.

Geplant ist, entlang der Olvenstedter Straße eine geschlossene Bebauung zu bekommen. Diese Gebäude sollen auch bis an den Bürgersteig heranreichen, damit möglichst eine "geschlossene, straßenbegleitende Bebauung" erreicht wird. Das sei ein sehr wichtiges Planziel für diesen Bebauungsplan, so Olbricht. "Wir wollen kein Freigelände zwischen dem zukünftigen Gebäude und dem Bürgergersteig." Der Flächennutzungsplan der Stadt, also die Richtlinie, die festlegt, welche Art von Bebauung wo zulässig ist, weist das Gelände als "gemischte Baufläche" aus. Dort können also Gewerberäume ebenso entstehen wie auch Wohnbebauung oder vielleicht Gastronomieeinrichtungen. Festgeschrieben werden soll in dem Bebauungsplan auch, dass das Magdeburger Märktekonzept berücksichtigt werde und dass kein neuer Verbrauchermarkt dort entsteht, der den Bestand etwa der Lebensmittelmärkte in unmittelbarer Nähe gefährdet.

Zusammen mit der Neugestaltung des Damaschkeplatzes im Rahmen des Tunnelbaus Richtung Innenstadt wird dieses Areal dann eine ansprechende städtebauliche Gestalt bekommen, so das Ziel des Bebauungsplans.

Der allerdings auch schon eine ganz konkrete Komponente hat. Das Autohaus "Schubert-Motors" will an der Ecke Olvenstedter Straße/Adelheidring eine Niederlassung bauen. 2007 hatte der Stadtrat dem zugestimmt, zurzeit ruhe das Vorhaben allerdings. Wie das Unternehmen auf Volksstimme-Nachfrage mitteilte, sei vor 2015 wohl mit keiner Bebauung zu rechnen. Bis dahin wolle man sich auch erst festlegen, ob ein klassisches Autohaus mit Werkstatt dort entstehe oder möglicherweise ein Verwaltungsgebäude. Näheres stehe aber noch nicht fest.

Das bestätigte auch Planungsamtsleiter Olbricht. Der jetzt angestrebte Bebauungsplan solle ja auch dazu dienen, den möglichen zukünftigen Bauherren aufzuzeigen, was an dieser Stelle des Damaschkeplatzes möglich sei, um ein städtebaulich gutes Ergebnis zu bekommen.

 

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