Junges Mutterglück im Magdeburger Zoo: Das erst vier Tage alte Nashornbaby entwickelt sich augenscheinlich gut und folgt seiner Mama (fast) auf jeden Schritt.

NeueNeustadt l Groß ist die Freude bei der Zooleitung, den Mitarbeitern und auch allen Fans außerhalb des Tierparks: Das zuckersüße Nashornbaby sorgt für reichlich Entzücken bei den Beobachtern. Vier Tage nach der Geburts des Kalbes am Heiligabend sieht es gut und entspannt aus in der Kinderstube des Nashornhauses. Nashornkuh "Mana", die nun schon zum vierten Mal Nachwuchs zur Welt brachte, also eine überaus erfahrene Mutter ist, lässt ihr Junges kaum aus den Augen und kümmert sich liebevoll um das Kleine. Und das ca. 35 Kilogramm schwere Nashornbaby folgt seiner Mama beinahe auf Schritt und Tritt.

Also bisher alles bestens, wie gestern PR-Inspektor Werner Sauer bestätigte. Das ist auch der Grund, weshalb die Zoomitarbeiter nach wie vor keinen Grund für einen Eingriff sehen. Mutterkuh Mana und ihr Kleines werden bewusst in Ruhe gelassen - weder eine medizinische Untersuchung noch ein genaues Wiegen stehen derzeit auf dem Programm. "Das hat alles noch Zeit", übt sich Werner Sauer in Gelassenheit, so wie es die Natur verlangt.

Behutsam gehen die Pfleger ebenso bei der täglichen Reinigung der Kinderstube vor. Dazu wird ein Seitengehege geöffnet und das Muttertier mit Futter auf die andere Seite gelockt. Das Jungtier folgt dann meist auf dem Fuße. "Es bleibt ganz dicht bei der Mama. In der freien Wildbahn ist dieses Verhalten überlebenswichtig für den ansonsten ja ziemlich hilflosen Nachwuchs", betont Werner Sauer, der auch gelernter Tierpfleger ist.

Da Mana eine "ganz tolle Mutter" sei, verlaufen diese ersten "Ausflüge" in den Nachbarstall und wieder zurück völlig problemlos. "Wir machen nichts, was Unruhe stiftet", betont Sauer.

Erst wenn das Jungtier, übrigens ein Weibchen, von sich aus auf die in Distanz bleibenden Pfleger zugehe, werde man sich das Kalb mal genauer anschauen. Bis dahin kann es noch gut und gern ein paar Tage dauern, doch naturgemäß entwickeln die kleinen Rhinos recht schnell eine gesunde Neugierde.

Die Zoomitarbeiter wie auch alle anderen Tierfreunde können auch in den nächsten Tagen am Ball bleiben, denn nach wie vor gibt es die Möglichkeit, über die Internetseite des Zoos (www.zoo-magdeburg.de) in die Kinderstube zu blicken. Noch immer läuft die von einem Fernsehsender installierte webcam und überträgt rund um die Uhr Liveaufnahmen vom jungen Nashornglück.

Angesichts dieser Bilder kommt immer wieder die Frage auf: Wann werden "Mana" und ihr Nachwuchs das erste Mal richtig zu sehen sein? "Abwarten, aber vielleicht klappt es ja schon nächste Woche, sobald Mutter und Jungtier erstmals in den öffentlichen Schaubereich gehen", berichtet Sauer. Mit ein bisschen Geduld wird es sicher bald so weit sein, meint der Fachmann.

Wer sich die Zeit bis dahin ein bisschen verkürzen will, der kann ja schon mal überlegen, welcher Name zu dem Nashornmini passen würde. Wie die Namenswahl konkret ablaufen wird, stehe zwar noch nicht fest. "Da haben wir uns vorher keine Gedanken gemacht, denn das bringt ja Unglück", erklärt Sauer. Jetzt, da ein gesundes Nashornkind geboren sei, werde man sich damit befassen. "Wir werden sicher auch ein breites Zoopublikum mit einbeziehen bei der Wahl", so Sauer. Also: einfach schon mal überlegen. Der Name müsste, so schreibt es das Zuchtbuch vor, mit "Ma" beginnen. Schön wäre auch, wenn der Name einen heimatlichen afrikanischen Klang hätte, ähnlich wie in der Vergangenheit schon bei Malaika oder Maburi.