Cracau l Das verflixte siebte Jahr haben Gertrud und Gerhard Jordan schon lange hinter sich. Fast ein ganzes Menschenleben geht das rüstige Ehepaar durch dick und dünn. "Am 22. Dezember 1946 läuteten für uns die Hochzeitsglocken. Es war eine schöne Feier, trotz Kälte und meterhohem Schnee", kann sich der heute 92-jährige noch ganz genau erinnern. Der Weg zur Kirche in Angern war für das Brautpaar und seine Gäste kein Vergnügen. "Aber damals waren wir jung und verliebt, da hat uns die klirrende Kälte nicht gestört, es gab Schlimmeres", ergänzt der gebürtige Magdeburger. 65 Jahre ist das jetzt her.

Die beiden lernten sich 1940 kennen. Das Treffen war, wie sich beide erinnern, eher unspektakulär. Er war Soldat, in Ostpreußen stationiert, und wurde auf dem Gehöft ihrer Familie einquartiert. Während eines Gefechtes 1942 wurde Gerhard Jordan schwer verletzt.

Gertrud besuchte ihn regelmäßig im Lazarett und so kamen sich die beiden langsam näher. Bis Gerhard Jordan wieder nach Magdeburg musste. Durch die Kriegswirren musste Gertrude mit ihrer Familie aus Ostpreußen flüchten.Ihre Familie fand in Angern ein neues Zuhause und sie in Gerhard einen Mann, dem sie das "Ja"-Wort gab. Nach der Hochzeit zog das Paar in die Alexander-Puschkin-Straße und blieb dem Dichterviertel 37 Jahre treu, bis es sie in den Norden der Stadt zog.

Heute leben die Jordans in Cracau und genießen ihre gemeinsame Zeit. Wenn sich die 95-Jährige zu ihrem Mann setzt und ihren Kopf an seine Brust legt, ist Gertrud Jordan immer noch so glücklich wie vor 65 Jahren.

Der Bund fürs Leben wurde am vergangenen Montag während des Gottesdienstes in der Evangelischen Hoffnungsgemeinde am Krähenstieg erneut eingesegnet.