Das fast 300 Jahre alte Sterntor ist wieder passierbar. Der Torbogen steht, die Pfeilerreliefs werden demnächst angebracht. Die Krönungsskulptur wird aber noch eine schwierige Aufgabe.

Stadtfeld-Ost l Wer beim Neujahrsspaziergang etwas machen möchte, was seit über 50 Jahren nicht mehr möglich war, sollte seine Schritte zum Domplatz lenken. Denn kurz vor Weihnachten fielen die letzten Gerüste am wieder auferstandenen Sterntor, so dass erstmals ein Hindurchgehen möglich ist. Noch fehlen an den Pfeilern die Reliefs und über dem Torbogen die sogenannte Kartusche, aber die Grundstruktur steht und lässt die Geschichte wieder aufleben.

Darüber freut sich auch Wigbert Schwenke, Vorsitzender des Kuratoriums, das mit viel ehrenamtlichem Engagement und der finanziellen Unterstützung zahlreicher Magdeburger den Wiederaufbau des Tores ermöglicht hat. "Ich bin kurz vor Weihnachten das erste Mal hindurchgelaufen", erzählt er. "Aber noch ist dieser Bauabschnitt, wie unschwer zu erkennen ist, nicht ganz vollendet", ergänzt der Torretter.

"Teilweise liegen die Originalreliefs der Pfeiler noch bei der Paul Schuster GmbH und werden sorgfältig aufgearbeitet. Die Kartusche über dem Torbogen wird aber komplett neu angefertigt", berichtet er von den noch zu erledigenden Arbeiten.

Er und seine Mitstreiter hoffen, dass die fehlenden Teile im nächsten Vierteljahr fertig sind und zusammen mit der Sandsteinabdeckung angebracht werden können. "Dann werden wir den Abschluss dieses Bauabschnitts auch etwas größer feiern", erklärt er die stille Durchgangsfreigabe.

"Das ist auch gut so, denn dann können wir noch einmal besonders auf das vor uns liegende Wagnis aufmerksam machen. Denn uns als Kuratorium steht im kommenden Jahr das schwierigste Unterfangen bevor", sagt Wigbert Schwenke. Gemeint ist damit die aufwendige Skulptur, die einst das 1723 von Festungsarchitekt Gerhard Cornelius von Walrave errichtete Tor krönte. "Das wird richtig teuer und daran wird das Kuratorium 2012 hauptsächlich arbeiten", erklärt er. Bis dahin können die Magdeburger aber schon einmal ein neues Stück alter Stadtgeschichte durchschreiten.

Mehr Informationen unter www.sterntor-magdeburg.de.