Werder l Die Schließung des Kinder- und Jugendhauses "Werder" (KJH) könnte doch nicht zu einer Einsparung in der klammen Stadtkasse geführt haben. Oliver Müller von der Fraktion Die Linke will auf Nachfrage im Jugendamt erfahren haben, dass die Leerstandskosten identisch mit den Betriebskosten des KJH sind.

"Trifft diese Aussage zu, dann hätte man die Einrichtung auch erst mit dem Verkauf der Villa schließen können", argumentiert das Stadtratsmitglied gegenüber der Volksstimme. "Durch die mehrheitlich vom Stadtrat verfügte Schließung der Einrichtung ist ein Angebot der Kinder- und Jugendhilfe der Landeshauptstadt ersatzlos weggefallen, hier müsste es aus meiner Sicht doch zu Einsparungen gekommen sein", so Müller.

Nun fordert das Ratsmitglied eine Kostenaufstellung für den Leerstand sowie eine Gegenüberstellung der weggefallenen Betriebskosten und der angefallenen Leerstandskosten. Ebenso will er wissen, in welcher Höhe Sachkosten für die Arbeit des KJH eingestellt waren und wie diese Gelder tatsächlich verwendet wurden. Seine Anfrage reichte er in der jüngsten Stadtratssitzung ein.

Seit Juli 2011 ist das KJH Werder geschlossen. Der Stadtrat beschloss im Oktober 2010 die öffentliche Einrichtung für Kinder und Jugendliche unter anderem aus Kostengründen zu schließen.

Nach dem im Dezember 2011 gefassten Beschluss des Stadtrates zum Verkauf des Objektes wurden die Verhandlungen mit dem Kaufinteressenten, der den Zuschlag erhalten hat, aufgenommen. Die Beurkundung des Kaufvertrages ist aber erst für das 1. Quartal dieses Jahres geplant.

Im Zusammenhang mit dem Verkauf der Villa soll laut Stadtratsbeschluss auch das Spielplatz-Grundstück direkt an der Mittelstraße verkauft werden. Das Ausschreibungsverfahren wird derzeit im Rathaus vorbereitet. Stadtsprecher Michael Reif: "Die Ausschreibung ist für das zweite Quartal geplant."

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