Altstadt l Die Landeshauptstadt bekommt weitere Schwierigkeiten beim geplanten Tunnelbau am Hauptbahnhof. Nach dem Bund für Umwelt und Naturschutz klagt nun auch das City Carré gegen das Projekt. Die Klageschrift wurde gestern per Fax an das Verwaltungsgericht Magdeburg übersendet. Gerichtssprecher Christoph Zieger bestätigte: "Das Schreiben ist bei uns eingegangen." Offizieller Kläger ist der Immobilienfonds HFS 12 KG, Eigentümer des gesamten Gebäudekomplexes. Die Kläger lassen sich von einem Kölner Anwaltsbüro vertreten, das sich in Eisenbahnkreuzungsgesetz-Verfahren auskennt.

City-Carré-Manager Guido Reuter: "Wir haben die Klage ohne Begründung eingereicht und werden die Inhalte noch nachliefern. Uns geht es vor allem um die geplanten Verkehrsveränderungen mit dem Tunnelbau." Insbesondere kritisiert Reuter, dass der Ausfahrt aus dem Parkhaus zur Reuterallee die Linksabbiege-Möglichkeit genommen wird. Die künftige Ausfahrt im Tunnel ist dann nur noch nach rechts Richtung Osten möglich. Reuter: "Wir haben gemessen, dass derzeit jedes zweite Auto aus der Tiefgarage nach links abbiegt. Das sind 160 Autos pro Stunde, die künftig alle nach rechts fahren, drei Spuren wechseln und an der Kreuzung drehen müssten. Damit wird unserer Meinung nach gegen den Grundsatz der ¿Leichtigkeit des Verkehrs\' verstoßen."

Die IG Innenstadt hat die Tunnelklagen mit gemischten Gefühlen aufgenommen. Sprecher Arno Frommhagen: "Unsere Mitglieder sind gespalten. Die einen sagen, die Verträge sind nun mal geschlossen und wir müssen da durch. Die anderen kritisieren, dass sich schon jetzt Termine verzögern und die Kosten explodieren." Einig sind sich die Händler nur in einem: "Die Bahn hat jahrzehntelang einen Bogen um Magdeburg gemacht. Jetzt Angstmacherei und martialisches Säbelrasseln vor einem möglichen Chaos zu verbreiten, bestätigt nur ihren schlechten Ruf, den die Bahn ohnehin schon hat", so Frommhagen.

Ob die City-Carré-Klage die letzte ist, bleibt offen. Die Einspruchsfrist endet am Dienstag.