Der seit mehreren Wochen laufende Wegebau im Stadtpark löst bei Passanten Kopfschütteln aus. Haben andere Wege in der Stadt eine Sanierung nicht viel nötiger? Die Volksstimme ging der Frage nach.

Werder l Ein Kleinbagger verschiebt mit seiner Schaufel grob den Sand im künftigen Gehwegbereich. Ein Bauarbeiter übernimmt anschließend die Feinverteilung. Mitten in Magdeburgs grüner Lunge werden derzeit ehemalige Schotterwege mit Asphaltdecken überzogen.

Wer parallel zur Alten Elbe unterwegs ist, dem fallen diese Bauarbeiten nicht nur ins Auge, sondern für den werfen sie auch Fragen auf. Sind die "Luxus"-Wege wirklich notwendig ? Haben wir nicht noch schlechtere Radwege in der Stadt? Und: Wird der Charakter des Parks mit den asphaltierten Wegen gestört? Fragen, die auch am Lesertelefon der Volksstimme auftauchen.

Doch die Stadtverwaltung verteidigt die Baumaßnahmen und begründet sie mit Hochwasserschutz. Finanzbeigeordneter Klaus Zimmermann erklärt: "Wir hatten nach den Hochwassern in den vergangenen Jahren immer wieder immense Schäden an den sandgeschlämmten Wegen zu verzeichnen. Nach jeder Überflutung waren sie teilweise so stark in Mitleidenschaft gezogen worden, dass sie gesperrt und anschließend aufwendig saniert werden mussten. Wir hatten daher vorgeschlagen, die besonders gefährdeten Wege aus Gründen des Hochwasserschutzes und auch aus Sicht der Kosten einmal richtig, aber dafür dauerhaft befestigen zu lassen. Damit können die Wege, so weit es geht, auch bei Hochwasser benutzt werden, außerdem entfallen die teuren Reparaturarbeiten."

Im Sommer 2011 war der Stadtrat dieser Argumentation gefolgt und hatte der Wegesanierung per Beschluss zugestimmt. Die rund eine Million Euro für die Bauarbeiten stammen laut Zimmermann unter anderen aus Haushaltsresten 2011. Im Übrigen bezeichnete Zimmermann den Zustand der Magdeburger Radwege insgesamt als "recht ordentlich", weil dort schon viel getan worden sei, auch wenn es hier und da noch Reparaturbedarf gebe und mancher sich über das ein oder andere Schlagloch ärgere.

In mehreren Schritten werden nun im Stadtpark insgesamt 4,1 Kilometer des 20 Kilometer umfassenden Wegenetzes auf diese Weise saniert. Auch den Eingriff in die Natur verteidigt die Stadtverwaltung. Zimmermann: "Die Wege liegen außerhalb geschützter Bereiche."

Asphaltierungsarbeiten soll es außerdem auch im Klosterbergegarten und im Herrenkrug geben.