Magdeburg l Erfolgreich Premiere feierte am Freitag die Stückentwicklung "Ehrlichkeit und Macht und Lüge" des Theaterjugendclubs im Opernhaus. Die Geschichte: Metropolis ist eine perfekte Stadt. Die Häuser sind quadratisch, keiner hat eine Frisur, bei der ein Haar absteht und es gibt keinen, der lügt. Alle Menschen dieser Stadt sind glücklich. Doch die Protagonisten Salenta (Janna Ilgner) und Steffinja (Romy Scarbatha) bekommen ihre Zweifel, als sie mitbekommen, dass immer wieder Menschen spurlos verschwinden. Als sie außerhalb der Stadt auf "Die Unerwähnten" treffen, wird ihnen klar, dass die Perfektion auf einem Lügenkonstrukt basiert, das dem Machterhalt des "Adels" und der "Rechtshändler" dient. Die Ideologie der Perfektion basiert auf dem Ideal, das die Stadt vorgibt - es ist eine Diktatur. Die Zufriedenheit der Stadtbewohner: nur aufgesetzt. Sie haben wohl die Angst, selbst Opfer dieser Macht zu werden. Als Steffinja bei ihrer Rückkehr in Gefangenschaft gerät, verbünden sich "Die Unerwähnten" mit Salenta und stürzen das System. Der Weg ist frei für einen Neubeginn. Er wird vielleicht nicht perfekt sein, aber dafür frei gestaltet von den Bürgern und damit hoffentlich ehrlicher.

Für das Konzept zeichneten Max Schirmer und Sarah Drechsel verantwortlich. Man ließ sich u. a. vom Film "Lügen macht erfinderisch" von und mit Ricky Gravais inspirieren, verrät Drechsel. Max Schirmer sagt: "Die Kinder und Jugendlichen beschäftigten sich vorab schon fast philosophisch mit der Thematik. Sie füllten ganze Bücher mit ihren Ideen, Einfällen und Meinungen zu den drei Themen." Entstanden ist eine interessante und sehenswerte Inszenierung. Dem Publikum gefiel es und es sparte nicht mit Applaus.

Nächste Vorstellungen am: 3.5., 19.30 Uhr und am 5.5., um 18 Uhr im Opernhaus.