Magdeburg. Mit einem Großeinsatz der Polizei, wie man ihn in Magdeburg bislang selten erlebt hat, ist am Sonntag das Regionalligaspiel FCM gegen Lok Leipzig begleitet worden. Das Großaufgebot von etwa 800 Polizisten samt Reiterstaffel und einem Einsatz von sieben Puma-Transporthubschraubern hat am Sonntagnachmittag Landes- und Bundespolizei das Viertliga-Spiel 1. FC Magdeburg gegen Lok Leipzig abgesichert.

Was war passiert? Eigentlich nicht viel. Unter den 6226 Zuschauern in der MDCC-Arena waren nach Angaben von Polizeisprecherin Tina Beck 871 auswärtige Fans aus Leipzig, davon reisten etwa 500 mit dem Zug an. Zum Einsatz kamen in erster Linie Polizisten des Revieres Magdeburg und der Landesbereitschaftspolizei.

Wie Innenministeriumssprecherin Anke Reppin am Montag erklärte, wurden 415 Landespolizisten von rund 300 Beamten der Bundespolizei unterstützt, die sich im Wesentlichen um die etwa 500 Zugreisenden kümmerten. Sie wurden vom Bahnhaltepunkt Herrenkrug im Osten der Stadt mit der Straßenbahn zum Stadion gebracht. Auch eine Reiterstaffel aus Niedersachsen war eigens zur Begleitung der Fans angereist.

Immer wieder wurde Pyrotechnik geworfen

Tina Beck: "Auf dem Weg ins Stadion wurde immer wieder Pyrotechnik geworfen. Am Eingang plünderten Unbekannte eine Kasse." Das bestätigte auch FCM-Sprecher Matthias Kahl. Eine mittlere vierstellige Summe sei gestohlen worden - Bargeld und Eintrittskarten. In der 67. Minute des Spiels wurden dann Böller gezündet, worauf der Schiedsrichter das Spiel für sieben Minuten unterbrach. Die Polizei rückte kurz ein, zeigte Präsenz und verschwand wieder. Weil einige Leipziger versuchten, zum Magdeburger Block zu gelangen, unterbrach der Schiedsrichter erneut das Spiel.

Unter diesem Eindruck hatte der Einsatzleiter der Bundespolizei, so Romy Gürtler, Sprecherin der Inspektion Magdeburg, entschieden, zusätzliche Einsatzkräfte aus der Reserve der Bundespolizei anzufordern. Diese 60 Polizisten schwebten extra aus Uelzen (Niedersachsen) mit sieben großen Puma-Transporthubschraubern ein. Die Maschinen landeten auf den Herrenkrugwiesen.

Wirklich zum Einsatz kamen diese Kräfte kaum. Denn die Leipziger verhielten sich nach dem Spiel weitgehend friedlich. Sie verließen gegen 17.30 Uhr die Stadt mit dem Zug - begleitet von der Polizei bis zum Haltepunkt der Bahn.

Fazit des Einsatzes aus Sicht der Polizei: Es gab einen leicht verletzten Beamten und sechs Strafanzeigen. Angesichts der potenziellen Gefahr, die von den gewaltbereiten Fans zunächst auszugehen schien, blieb der Fußballnachmittag also weitgehend gewaltfrei.

Die Rechnung des Polizeieinsatzes fällt dagegen hoch aus. Allein der Einsatz der Reiterstaffel kostete nach Angaben des Innenministeriums etwa 3000 Euro. Die zusätzlich angeforderten Hubschrauber verursachten Kosten von rund 10000 Euro, so die Bundespolizei auf Nachfrage.

Seit Herbst 2012 kommt auch Luftunterstützung

Zum Einsatz kamen sieben Transporthubschrauber "AS 332 L 1 Super Puma". Die für 21 Beamte (mit Besatzung) ausgelegten Hubschrauber sind erst seit wenigen Monaten zur Absicherung von Fußballspielen im Einsatz. Bundespolizeisprecher Ivo Priebe: "Seit Herbst 2012 kann Verstärkung auf dem Luftweg angefordert werden." Fünf Fliegerstaffeln gibt es bundesweit. In 24 Fällen, so die Bundespolizei, wurden bislang Hubschrauber zu unterschiedlichen Anlässen angefordert.

Die Gesamtrechnung des Einsatzes teilen sich Bund und Land. Glück für Sachsen-Anhalt: Die Bundespolizei selbst hatte die Hubschrauber angefordert. "Deshalb müssen wir das auch nicht bezahlen", so Innenministeriumssprecherin Anke Reppin. Allerdings: Alle Landespolizisten - und auch die "Kavallerie" aus dem Nachbarland Niedersachsen - bezahlt Sachsen-Anhalt.

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