Zeppernick l Dem großen Reformator Martin Luther wird der Satz zugeschrieben: "Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen". Ähnlich halten es nun die Mitglieder der Zeppernicker Bürgerinitiative: Im Angesicht eines geplanten Windparks vor der eigenen Haustür wollten die Mitglieder offenbar nicht in den sauren Apfel beißen, sondern lieber ein sichtbares Zeichen setzen und griffen am Wochenende zum Spaten. Das Ergebnis: Zehnmal Wildapfel als der "Baum des Jahres 2013" sowie fünf alte, essbare Apfel- sorten wie Boskop und Gravensteiner säumen nun die idyllische Zeppernicker Obst-baumallee.

"Wir wollen nicht nur gegen die Windräder kämpfen, sondern auch unsere Heimat bewahren und unsere schöne Apfelallee wiederherstellen", erklärte Henry Bartholomäus, Sprecher der Initiative. Die Aktion hat nicht nur die Windkraft zum Hintergrund: "Die Baumalleen wurden durch die Bodenbearbeitung der Landwirtschaft im Wurzelbereich der Bäume zum Teil stark geschädigt, wodurch viele Bäume abgestorben sind", erklärt der Zeppernicker.

"Man wird erst wach, wenn in die Natur eingegriffen wird"

Man möchte schlichtweg ein Zeichen setzen, ein Zeichen für die Erhaltung der Natur in der unmittelbaren Umgebung. Die Aktion sei daher als Start für weitere Pflanzvorhaben in der Gemarkung Zeppernick zu verstehen. Gepflanzt werden sollen Bäume und Hecken, heißt es seitens der Gruppierung. Die hatte sich im vergangenen Jahr im Zusammenhang mit dem bei Zeppernick, Kalitz und Brietzke geplanten Windpark gegründet.

"Man wird erst wach, wenn in die Natur massiv eingegriffen werden soll, obwohl uns diese nur geborgt ist und wir mit ihr sorgsam umgehen müssen", so Bartholomäus. Für die Initiative ist eine intakte Natur für alle Lebensgrundlage, "auch für die gesunde Zukunft unser Kinder und Kindeskinder". Neben den Pflanzaktionen machte die Bürgerinitiative auch mit einem Vortrag in Brietzke auf sich aufmerksam.

Unterstützung vom Bauamt der Stadt Möckern

Die Stadt Möckern gab als zuständige Behörde nicht nur grünes Licht für die erste Pflanzaktion für die Wiederherrichtung der alten Apfelallee, sondern der Bauhof der Stadt übernahm sogar die Schachtarbeiten der Pflanzlöcher. Die Finanzierung der Bäume erfolgte zunächst über Spenden der Mitwirkenden. Die Bürgerinitiative hat zugesagt, die Baumpflege und Bewässerung zu übernehmen. Mehr noch: Jedes Jahr im Frühjahr und Herbst wolle man die Allee nun erweitern.

Weitere Unterstützer sind gerne gesehenj

Gesucht werden daher auch weiterhin Mitstreiter und Unterstützer, gerne auch finanziell, für die weiteren Pflanzvorhaben der Zeppernicker Initiative. Für die anstehende Aktion im Herbst Aktion hat man schon konkrete Pläne. So soll die Neupflanzung an den alten Baumalleen in Kalitz und Brietzke fortgesetzt werden. "Hier sind bislang fünf Bäume finanziell gesichert", so Henry Bartholomäus.

Weitere Informationen zu der Bürgerinitiative "Unsere schöne Heimat" gibt es unter der Telefonnummer (03 92 45) 6 99 66.