Jerichow/Magdeburg/Halle. Für die Mitarbeiter des Fachkrankenhauses Jerichow (Kreis Jerichower Land) haben die AWO Krankenhausbetriebsgesellschaft und die Gewerkschaft Verdi eine Tarifeinigung erzielt. Das bestätigten beide Seiten nach den Verhandlungen auf Volksstimme-Nachfrage.

"Das Ergebnis hat zwei wichtige Komponenten", erklärte Thomas Mühlenberg, Verdi-Verhandlungsführer. "Das Psychiatriezentrum Halle wird nicht von der Einkommensentwicklung anderer Häuser abgekoppelt und das Fachkrankenhaus Jerichow geht mit all seinen Beschäftigten wieder in einen Tarifvertrag, der diesen Namen auch verdient."

"Die Tarifverhandlungen haben in der Sache zu einer Einigung geführt", erklärte Wolfgang Schutz, Geschäftsführer der AWO Krankenhausbetriebsgesellschaft. "Im Juni findet ein nächstes Treffen statt, bei dem die Vereinbarungen in ein Vertragswerk überführt werden sollen."

"Man kommt nie so raus, wie man reingeht", betonte Verdi-Mann Mühlenberg. "Und das gilt für beide Seiten!"

Kernergebnisse der Verhandlungen, die noch von den zustimmungspflichtigen Gremien bestätigt werden müssen, sind ein Manteltarifvertrag mit dem Tarifniveau des öffentlichen Dienstes rückwirkend zum 1. Januar 2013 auch für das Haus Jerichow. Er wird angepasst an den Haustarifvertrag des AWO Psychiatriezentrums Halle. Das erfolgt in drei Schritten bis zum 1. Dezember 2015. In drei Schritten werden die Einkommen in diesem Jahr um insgesamt 6,3 Prozent steigen, wie von der Arbeitgeberseite angeboten. Für das Jahr 2012 gibt es eine Einmalzahlung. Nach Verdi-Angaben sind das für Jerichow 430 Euro, für Halle 140 Euro.

"Als wichtigste Komponente sehen wir die Anpassung des Fachkrankenhauses Jerichow an das Einkommensniveau in Halle", hob Mühlenberg hervor. Hier lägen die Einkommen bisher teilweise um bis zu 20 Prozent auseinander.

Den Verhandlungen am Montag war ein Warnstreik von 80 der gut 260 betroffenen Mitarbeiter aus Jerichow vorausgegangen. Im psychiatrischen Fachkrankenhaus mit 185 Betten sind insgesamt etwa 300 Mitarbeiter beschäftigt.