Magdeburg l In Sachsen-Anhalt gibt es nach Angaben der Deutschen Bahn keine Probleme bei der Arbeit von Stellwerken. "Aktuell sind die Stellwerke arbeitsfähig und wir tun alles dafür, dass es so bleibt", sagte eine Bahnsprecherin in Leipzig.

Der Bahn-Konzernbevollmächtigte für Sachsen-Anhalt, Alexander Kaczmarek, nennt als Grund dafür unter anderem den modernen Strecken- und Leitstellenausbau in Ostdeutschland. "Im Westen wurde das Streckennetz vor allem in den 1960er Jahren erneuert, im Bereich der Deutschen Reichsbahn wesentlich erst nach 1990. Dadurch ist der Anteil an automatisiert zentral gesteuerten Bahnverbindungen hier besonders hoch." Weniger Personal könne mehr Verbindungen überwachen - bei geringerem Verkehrsaufkommen im Osten. So werden die Knoten Magdeburg und Dessau-Roßlau komplett von Leipzig aus gesteuert. Die Leitstellen Halle und Köthen sollen bis 2018 ebenfalls zentral bedient werden.

Die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft EVG kritisiert, dass die rund 500 Fahrdienstleiter bei der DB Netz in Sachsen-Anhalt derzeit zusammen 74000 Überstunden angesammelt haben. Viele Fahrdienstleiter sind an regionalen Stellwerken wie etwa in Sandersleben, Halberstadt, Salzwedel oder Biederitz beschäftigt. "Mindestens elf Neueinstellungen sind notwendig, um Stellwerk-Ausfälle wie in Mainz auch in Sachsen-Anhalt halbwegs sicher ausschließen zu können", sagt Jürgen Geidies, Chef der EV-Gewerkschaft in Magdeburg.