Einer der letzten großen Schandflecke in der Innenstadt verschwindet. Zum Jahreswechsel wird das ehemalige Haus der Lehrer (HdL) als Katharinenturm eingeweiht. Einen Monat früher öffnet ein Supermarkt.

Altstadt l "Katharinenturm" steht bereits außen als Schriftzug am glasbetonten Fassadenbau, der optisch den Bezug zu seinem historischen Standort herstellen wird. Einst stand hier die im Zweiten Weltkrieg zerstörte Katharinenkirche. Die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Wobau GmbH sieht sich mit ihrem 42 Meter hohen Wohnturm in dieser Tradition. Der nachgezeichnete Grundriss, das Modell der Katharinenkirche und das noch erhaltene Tor des Gotteshauses werden am und im Katharinenturm integriert und sollen einen städtebaulichen Akzent setzen.
Finanzierung, Entkernung, Statik, Innenausbau, Vermietung - der Wandel des Hauses der Lehrer zum Katharinenturm war eine ganz besondere Herausforderung. "Wir sind deshalb sehr froh, dass die Stadt Magdeburg als unser Gesellschafter uns so stark unterstützt", freut sich Wobau-Geschäftsführer Heinrich Sonsalla, der sich immer wieder für das Projekt stark gemacht hatte. "Wir mussten uns einiges an Kritik anhören. Aber wir haben uns nicht beeindrucken lassen. Die Entscheidung war richtig, diesen Ankerpunkt im Nordabschnitt des Breiten Weges zu setzen", zeigt sich der Wobau-Chef überzeugt.
Dennoch: Zur Wahrheit gehört auch eine Kostensteigerung. Rund drei Millionen Euro ist der Umbau dann doch teurer geworden. "Die Bau- und Materialpreise sind einfach in der langen Zeit gestiegen", begründet Torsten Prusseit von der Wobau. Etwa 17,5 Millionen Euro, eine Million davon als Förderung vom Bund, beträgt die Summe. Aber die Investition scheint sich zu lohnen. Prusseit: "Wir haben bereits jetzt eine größere Nachfrage als erwartet. Zwei der vier Wohnungen in den oberen Etagen sind schon weg. 78 Prozent der Handels- und 83 Prozent der Büroflächen sind ebenfalls vermietet. Weitere ernsthafte Anfragen liegen vor."
Wichtigster Großmieter ist ein Nahversorger: EDEKA öffnet Anfang Dezember zu ebener Erde. Mit diesem Markt und dem Gewerbe, so ist sich Wobau-Chef Sonsalla sicher, wird ein neuer Anziehungspunkt im Nordabschnitt entstehen. Zum Jahresbeginn soll dann der Turm eingeweiht werden.