Magdeburg l Der Bürgerkrieg in Syrien, blutige Anschlagsserien im Irak und ethnische Konflikte zwingen immer mehr Menschen zur Flucht. Für 2013 rechnet die Landesregierung daher mit bis zu 3000 Asylersuchen. Das teilte das Innenministerium auf Volksstimme-Anfrage mit.

In nur vier Jahren dürfte sich damit die Zahl der Antragsteller mehr als verdoppeln. 2009 etwa verzeichnete das Ministerium lediglich 1153 Asylbewerber. Allein im ersten Halbjahr 2013 wurde diese Zahl mit 1611 Anträgen schon übertroffen. Hauptherkunftsländer waren zuletzt der Irak und Syrien. In diesem Jahr flüchten viele offenbar auch aus afrikanischen Staaten und der Russischen Föderation.

Das Land und die Landkreise müssen nun sehen, wie sie die wachsende Zahl von Flüchlingen unterbringen können. Nach Auskunft des Innenministeriums gibt es landesweit Kapazitäten für insgesamt 3000 Menschen. Doch im Juni waren davon bereits 2780 belegt. Rüdiger Erben warnt deshalb vor Engpässen: "3000 Asylersuche sind für das Land problematisch", sagt der innenpolitische Sprecher der SPD.

Schon jetzt gibt es Erben zufolge Kapazitätsprobleme bei der Zentralen Aufnahmestelle in Halberstadt. Dort werden alle Flüchtlinge erfasst, die der Bund dem Land Sachsen-Anhalt zugeteilt hat. "Es ist noch nicht lange her, da gab es sogar Bestrebungen, die Kapazitäten nach unten anzupassen", berichtet Erben. Nun müssten Vorkehrungen getroffen werden, damit die Aufnahmestelle nicht überlastet wird.

Grüne und Linke fordern außerdem, die Standards in den Heimen zu erhöhen und Asylbewerber schneller in Wohnungen einzuquartieren. Dafür protestieren seit Anfang August auch mehrere Flüchtlinge in Bitterfeld-Wolfen. Sie pochen auf bessere Unterkünfte, Arbeitserlaubnisse und mehr Bewegungsfreiheit im Land..