Magdeburg l Muss das Nürnberger Würstchen wirklich aus Nürnberg kommen? Muss der Salzwedeler Baumkuchen unbedingt einer Backstube in der Jeetzestadt entstammen? Muss ein Halberstädter Würstchen tatsächlich in der Vorharzstadt verwurstet worden sein? Alles Fragen, die in ihrer Tragweite nicht zu unterschätzen sind und die höchste Gerichte und Patentämter über Jahre beschäftigt haben. Stellt sich die Frage: Muss eine Miss den Ansprüchen der regionalen Herkunft für Produkte genügen?

Wohl nicht, meinten die Organisatoren der Miss-Magdeburg-Wahl und schickten Nel-Linda Zublewitz ins Rennen. Mit Erfolg - sie gewann am 20. August den Titel. Ob sie die einwöchige Online-Abstimmung auch siegreich beendet hätte, wenn den Besuchern der Internetseite bekannt gewesen wäre, dass sie in Hamburg lebt, ist nicht bekannt. Ihre Beziehung zu Magdeburg beschränkt sich auf einen Kurzaufenthalt bei der Durchreise.

Immerhin fügt sie sich damit in die Tradition des einen oder anderen Adelshauses ein, dessen "von" auf ein längst aufgegebenes Stammhaus verweist.

Und fürs nächste Mal ein Tipp an die Veranstalter: Wie wäre es denn - entsprechend der Praxis in der von den Lebensmittelwächtern streng überwachten Klassifizierung nach der geschützten regionalen Herkunft - auf eine neue Formulierung zurückzugreifen: Passend zu den Gurken, Spreewälder Art, gibt es dann eine Miss, Magdeburger Art.