Magdeburg l Das Juni-Hochwasser hat Tausende Kleingärten und Wochenendgrundstücke verwüstet. Lauben und Bungalows sind jedoch von der Wiederaufbauhilfe ausgeschlossen - zum Unmut ihrer Besitzer.

2,4 Milliarden Euro stehen für Flutopfer in Sachsen-Anhalt bereit. Wer jedoch ein Garten- oder Wochenendhäuschen verloren hat, bekommt aus diesem Topf nichts. Gefördert wird lediglich der Wiederaufbau von Wohngebäuden - so hat es die Landesregierung Anfang August beschlossen. Lauben- und Datschenbesitzer blieben mit ihren Anträgen erfolglos.

Dabei sind ihre Schäden beträchtlich. Es geht um Holzhäuschen, aber auch um massive Steingebäude, die oft in der DDR errichtet wurden. "Wo das Wasser lange stand, ist es in den Mauern bis zu den Dachbalken hochgezogen", sagt Siegfried Kliematz von den Gartenfreunden Schönebeck und Umgebung. Im schlimmsten Fall bleibt nur der Abriss.

Viele Pächter seien Rentner und Hartz-IV-Empfänger, die ihren Garten aufgeben müssten, sollte es keine Hilfe geben. Auf 1,2 Millionen Euro schätzt Kliematz die Schäden allein für den Altkreis Schönebeck. In ganz Sachsen-Anhalt sind 3600 Kleingärtner flutgeschädigt, heißt es beim Landesverband der Gartenfreunde.

Nach den Richtlinien des Landeskabinetts können Kleingartenvereine zwar Hilfe für den Neubau von Gemeinschaftswegen, Vereinshäuschen oder Stromanlagen beantragen. Einzelne Gartenpächter sind jedoch ausgeschlossen - anders als in Sachsen. Der Freistaat erstattet bei Schäden ab 5000 Euro 80 Prozent der Kosten. Genau wie in Sachsen-Anhalt stammt das Geld aus dem Wiederaufbau-Fonds des Bundes und der Länder.

Mittlerweile sucht auch die Regierung in Magdeburg nach einem Weg, Laubenbesitzern zu helfen. "Wir haben es anfangs nicht für möglich gehalten, diese Schäden im Wiederaufbaufonds unterzubringen", sagt Theo Struhkamp von der Staatskanzlei. Inzwischen interpretiere man die Vorgaben jedoch anders. Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) hat den Auftrag, in Berlin nach einer Lösung zu suchen. "Wir denken über eine Pauschale nach", sagt Struhkamp.

Profitieren sollen auch die Besitzer von Wochenendhäuschen. In Kamern (Landkreis Stendal) hat das Wasser allein auf dem kommunalen Campingplatz Schönfeld 76 Bungalows und 98 festinstallierte Wohnwagen zerstört. "Da gibt es 70-Jährige, die hier von Frühjahr bis Herbst gewohnt haben und nicht viel Geld haben", berichtet Bürgermeister Klaus Beck. Der Aufbau zerstörter Wohngebäude sei natürlich wichtiger. "Aber diese Menschen hier darf man nicht ganz vergessen."