Magdeburg l Die Anzahl der Darmkrebs-Operationen ist in Sachsen-Anhalt und bundesweit deutlich gesunken. Dies geht aus dem aktuellen Krankenhausreport der Barmer GEK hervor, der gestern in der Magdeburger Landesgeschäftsstelle der Krankenkasse vorgestellt wurde. Alle Angaben beziehen sich auf Mitglieder der Barmer-Versicherung. Derzeit sind nach deren Angaben rund 270000 Sachsen-Anhalter dort versichert. Das sind knapp 14 Prozent aller gesetzlich Krankenversicherten im Land.

Nach dem Barmer-Report kamen 2009 in Sachsen-Anhalt noch 743 Patienten wegen Darmkrebs unters Messer. 2012 sank die Zahl auf 549 Fälle. Die Zahlen decken sich mit dem bundesweiten Trend. 2009 gab es 174000 Darmkrebsoperationen, 2011 waren es bundesweit noch rund 163000. Mit jährlich etwa 69000 Neuerkrankungen gilt Darmkrebs als eine der häufigsten Krebsarten in Deutschland. Davon sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen.

"Der Rückgang bei den Operationen ist erfreulich. Dies lässt den Rückschluss zu, dass Dank gezielter Vorsorgemaßnahmen Darmkrebs heute so früh erkannt wird, dass er seltener im Krankenhaus behandelt werden muss", sagte Axel Wiedemann, Landesgeschäftsführer der Barmer GEK. Zudem haben schonendere Operationstechniken in den letzten sieben Jahren an Bedeutung gewonnen. Ihr Anteil stieg von 5 auf 15 Prozent.

Zu der Häufigkeit von Vorsorgeuntersuchungen liefert der Report bundesweite Zahlen. Danach ist deren Anzahl allerdings immer noch vergleichsweise gering. 5,75 Prozent der Versicherten haben im Jahr 2011 die Untersuchung auf Blut im Stuhl machen lassen. Die Darmspiegelung wurde 2011 nur bei 0,6 Prozent aller Barmer-Versicherten vorgenommen - etwa gleich viele Männer und Frauen. Der Anteil bei Männern liegt ab dem 60. Lebensjahr etwas höher als bei Frauen.

Im Krankenhausreport wurden 800 Patienten über den Genesungsverlauf befragt, die 2012 eine stationäre Darmkrebsbehandlung erhielten. Ein Drittel der Betroffenen berichtet von Komplikationen im Zusammenhang mit der Krebsbehandlung. Am häufigsten werden Wundheilungsstörungen (15,4 Prozent) und Darmverschluss (4,1 Prozent) genannt. Patienten erleben zudem auch häufig Scham und soziale Einschränkungen als Problem.

Was die generelle Häufigkeit der Krankenhausaufenthalte angeht, liegt Sachsen-Anhalt mit 236 Fällen je 1000 Versicherten 8,8 Prozent über dem bundesweiten Durchschnitt und fast gleichauf mit dem Schlusslicht Thüringen (237 Fälle). Die meisten Krankenhausaufenthalte registrierte die Versicherung 2012 im Salzlandkreis (16,17 Prozent, siehe Grafik).

Positiv sieht Wiedemann die bundesweit abnehmenden Behandlungszeiten für Herzkreislauferkrankungen - ein Minus von 44 Prozent seit 1990. "Sorgen bereiten mir die steigenden Behandlungszeiten für psychische Erkrankungen." Dort gab es einen Zuwachs von 67 Prozent seit 1990. Ein Trend mit unterschiedlichen sozialen und psychologischen Ursachen, der auch in Sachsen-Anhalt spürbar sei, so Wiedemann.

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