Magdeburg (dpa) l Auf den Straßen Sachsen-Anhalts gibt viele Zusammenstöße von Autos mit Rehen oder Wildschweinen. Die Zahl dieser Unglücke ist nach Angaben des Innenministeriums in den ersten neun Monaten dieses Jahres zwar leicht zurückgegangen, liegt aber dennoch auf hohem Niveau. Fast jeder fünfte Unfall ist ein Wildunfall.

Von Januar bis September 2013 wurden landesweit insgesamt 9269 derartige Unfälle von der Polizei aufgenommen. Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum sind das 173 oder 1,8 Prozentpunkte weniger. Der Anteil der Wildunfälle betrug in dem Zeitraum aber immerhin fast 17 Prozent aller Verkehrsunfälle.Ursachen sind unter anderem zu hohe Geschwindigkeit und Unaufmerksamkeit beim Fahren in der Dämmerung. "Da gibt es nur einen Rat: Runter vom Gaspedal", sagte ein Sprecher .

Im gesamten Jahr 2012 gab es im Vergleich zu 2011 einen besonders deutlichen Anstieg der Unfälle mit Rehen, Wildschweinen oder Hirschen. 13 270 Wildunfälle wurden registriert, was einem Anstieg von fast elf Prozent entsprach. Mit 17,4 Prozent aller polizeilich aufgenommenen Fälle standen sie nach "Wenden/Rückwärtsfahren" an zweiter Stelle der Hauptunfallursachen, wie das Ministerium weiter mitteilte.

"Ein weiterer Grund für die hohe Zahl der Unfälle ist das hohe Verkehrsaufkommen", sagte der Sprecher des Deutschen Jagdverbandes Torsten Reinwald in Berlin. So habe sich die Verkehrsdichte in Deutschland seit den 70er Jahren vervierfacht, die Zahl der Wildunfälle im selben Zeitraum sich sogar verfünffacht. "Tiere kennen keine Verkehrsregeln", sagte Reinwald. Stünde Wild an oder auf der Straße sollte der Autofahrer abblenden, kontrolliert abbremsen und hupen. Auch er rät: Runter vom Gas. Bei Tempo 80 statt 100 verkürze sich der Bremsweg schon um 35 Meter.

An Autobahnen mindern auf vielen Streckenabschnitten Wildzäune die Unfallgefahr.