Köthen (dpa/js) l 165 000 Menschen haben die 19. Auflage des Sachsen-Anhalt-Tags am Wochenende in Köthen besucht und damit die Erwartungen der Veranstalter noch übertroffen.

"Wir hatten strahlendes Wetter, viele fröhliche Menschen und einen tollen Festumzug mit 4000 verkleideten Teilnehmern. Was kann man sich mehr wünschen", sagte Veranstaltungssprecherin Caroline Hebestreit am Sonntag. In den Köthener Straßen herrschte ausgelassene Stimmung. Zwischenfälle seien nicht gemeldet worden. Die Veranstalter hatten eigentlich nur mit bis zu 150 000 Gästen gerechnet.

Von Freitag bis Sonntag wurden an jedem Tag des Festwochenendes jeweils mehrere Zehntausend Besucher gezählt. Ob dampfende Reagenzgläser der Hochschule Anhalt, tanzende Teenies, Musikshows, Lesungen oder Theaterstücke - den Besuchern wurde ein breites Programm geboten. Höhepunkt war der Festumzug am Sonntag. Tausende säumten die Straßenränder und jubelten den 4000 Aktiven in zum Teil historischen Kostümen zu. Der Sachsen-Anhalt-Tag war zugleich Höhepunkt der 900-Jahr-Feier der Stadt. "Hier befinden wir uns ohne Zweifel in einer der schönsten Städte Anhalts, das an Schönheit ohnehin reich ist", betonte Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU).

Im Jahr 1115 wurde der Ort im Herzen der Region Anhalt nach eigenen Angaben erstmals erwähnt. Unter anderem lebten hier Prominente wie der Komponist Johann Sebastian Bach oder der Begründer der modernen Homöopathie, Samuel Hahnemann. Seit 2007 ist Köthen die Kreisstadt des neu gebildeten Landkreises Anhalt-Bitterfeld. Hier wohnen knapp 27000 Menschen. Die Stadt ist dank der neuen Schnellstraße B 6 nunmehr auch besser aus Magdeburg und dem Harz erreichbar.

Im kommenden Jahr ist Sangerhausen (Mansfeld-Südharz) Ausrichter der 20. Auflage des Sachsen-Anhalt-Tags. Dann soll vom 9. bis zum 11. September in der Rosenstadt gefeiert werden. Das erste Landesfest fand 1996 in Bernburg statt. Die meisten Besucher zogen die Feste in Magdeburg (2005) und Halle (2006) an, wo jeweils 500000 Gäste gezählt worden waren.