Magdeburg l "Hollywood mag eine Traumfabrik sein - in Sachsen-Anhalt schaffen wir Tatsachen." Selbstbewusste Worte von Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU). Im Vorwort für eine jetzt von der Investitions- und Marketinggesellschaft und der Staatskanzlei herausgegebene Broschüre sagt er: "In den 30er Jahren eroberte die Filmfabrik Wolfen mit dem ,Agfacolor` die Leinwände. Sachsen-Anhalt brachte dem Film die Farbe. Heute bringt der Film Sachsen-Anhalt in die Kinos."

Rainer Robra (CDU), als Chef der Staatskanzlei zuständig für die Filmförderung, jubelt: "Die Entwicklung des Filmlandes Sachsen-Anhalt ist eine Erfolgsgeschichte." Sachsen-Anhalt war Drehort in internationalen Filmproduktionen wie den "Monuments Men" mit Hollywood-Stars wie Frauenschwarm George Clooney, Matt Damon und Cate Blanchett.

Das Land war Schauplatz für den verfilmten Arzt-Roman "Der Medicus", der 3,5 Millionen Menschen in die Kinos lockte. Die Burg Querfurt diente als mittelalterliche Synagoge. Und auch deutsche Produktionen zog es nach Sachsen-Anhalt: Detlev Buck verhexte junge Zuschauer mit "Bibi Tina" gleich zwei Mal. In Marienborn war die Gedenkstätte Deutsche Teilung Kulisse für den Spielfilm "Bornholmer Straße". Quedlinburg diente "Heidi" (kommt Weihnachten in die Kinos) als historisches Frankfurt am Main. Auch "Till Eulenspiegel" trieb hier seinen Schabernack.

Die Elbe wird zum Mississippi

Das Denkmal Industriebrauerei Dessau wiederum wurde zum Hauptdrehort für das Action-Musical "Hard Way", das in Detroit spielt. Und das Biosphärensreservat Mittelelbe wurde für die "Abenteuer des Huck Finn" plötzlich zum Mississippi.

Sachsen-Anhalt steckte allein im vorigen Jahr 2,4 Millionen Euro in die Filmförderung. Robra sagt: "Wenn wir die Filmwirtschaft ins Land holen wollen, müssen wir sie auch fördern." Im Sog der großen Produktionen würden auch kleinere ins Land kommen. Der Staatsminister sagt: "Für jeden Euro, den wir an Fördermitteln eingesetzt haben, wurde ein wirtschaftlicher Effekt in dreifacher Höhe erreicht." Hotels, Autovermieter, Caterer - von den Filmteams profitieren viele vor Ort.

Minister Robra erklärt, dass sich Sachsen-Anhalt nicht nur immer stärker als gefragter Drehort profiliere, sondern auch als Produktionsstandort - zum Beispiel durch das Multimediazentrum Halle. In diesem in Mitteldeutschland einzigartigen Kreativzentrum entstanden Produktionen wie "Polizeiruf 110", "Der kleine Eisbär" oder "Lauras Stern".