Schopsdorf. Schopsdorf (Jerichower Land) hat erfolgreich gegen die Zwangseingemeindung nach Möckern Beschwerde vor dem Landesverfassungsgericht eingelegt. Wie das Gericht gestern in Dessau-Roßlau verkündete, war die Durchführung des Gesetzgebungsverfahrens fehlerhaft. Damit findet die Gemeindegebietsreform auf Schopsdorf keine Anwendung. Die am 31. August 2010 aufgelöste Verwaltungsgemeinschaft Möckern-Loburg-Fläming bleibt mit der Stadt Möckern als Trägergemeinde und Schopsdorf als eigenständiger Gemeinde bestehen. Mit diesem Urteil hatte der ehrenamtliche Schopsdorfer Bürgermeister Thomas Barz (parteilos) nicht gerechnet: "Jetzt kommt viel Arbeit auf uns zu", erinnerte er daran, dass das Verfassungsgericht nicht die Gemeindegebietsreform und die Eingemeindung an sich infrage gestellt hat. Offen ist jetzt, ob die Entscheidungen der Einheitsgemeinde unter Beteiligung Schopsdorf, rechtswirksam sind.

"Wir müssen jetzt für Schopsdorf ein neues Gesetz schreiben, bei dem die gleichen Kriterien wie zuvor angewandt werden", erklärte dazu der Staatssekretär des Innenministeriums, Ulf Gundlach. Innenminister Holger Stahlknecht (CDU) bedauerte den formalen Fehler, erklärte aber im Hinblick auf die gerichtliche Abweisung der Beschwerden von Angersdorf und Thießen, dass die Gemeindegebietsrefom im Übrigen bestätigt wurde. Meinung I