Polizeibeamte, darunter Spezialermittler, haben gestern neun Wohnungen von Mitgliedern des Motorradclubs (MC) "Red Devils", von Symphatisanten sowie das Vereinshaus der Rocker "Devils Hall" in Salzwedel durchsucht. Grund für die Razzien in der Altmark und dem Landkreis Wittenberg war der Verdacht auf Waffen- und Drogenkriminalität.

Salzwedel. Nach intensiven, zum Teil verdeckt geführten Ermittlungen schlugen Spezialeinheiten des Landeskriminalamts, Bereitschaftspolizisten und Beamte der Polizeidirektionen Nord und Ost gestern zu. Mit den entsprechenden Durchsuchungsbefehlen von Gerichten in der Tasche verschafften sie sich Zutritt zu drei Objekten in Salzwedel, zwei in Gardelegen, einer Wohnung in Klötze und Kuhfelde (alle Altmarkkreis Salzwedel) sowie Coswig (Landkreis Wittenberg).

Im Zuge der Durchsuchungen wurden diverse Arzneimittel (Anabolika, Steroide, Testosteron), "Bargeldbeträge im hohen vierstelligen Bereich sowie geringe Mengen an Kokain, Marihuana und Haschisch sichergestellt, ebenso Tonträger mit rechtsextremistischer Musik.

Zu Beginn der langwierigen Ermittlungen hatten lediglich "milieutypische Straftaten im Bereich der Rockerkriminalität" im Vordergrund gestanden. Doch während der Untersuchungen hatten die vom polizeilichen Staatsschutz geführten Ermittlungen zudem "hinreichende Erkenntnisse zur engen Verbindung der ,Red Devils\' zur rechten Szene aufgedeckt", hieß es.

Inzwischen kann belegt werden, dass sich der MC in Salzwedel zum Teil aus politisch motivierten Gewalttätern sowie Führungspersonen der örtlichen rechten Szene organisiert. Nach Volksstimme-Informationen hält der Zulauf aus diesem Bereich weiter an. Der Präsident der Salzwedeler "Red Devils", Kay Sch., war in den vergangenen Jahren Stammgast bei Rechtsrockkonzerten und Neonazi-Aufmärschen, die er selbst mitorganisierte. Seine Wohnung in Salzwedel gehörte zu den durchsuchten Objekten.

Sch. gilt zudem als einer der "Strippenzieher" der militanten Gruppierung "Freie Nationalisten Altmark West".

Partner von Kay Sch. innerhalb einer Sicherheitsfirma in Salzwedel ist Dennis Sch., der ebenfalls zum rechtsextremistischen Lager zu rechnen sein soll. Er hat das Amt des "Sergeant at Arms" und sei dafür zuständig, dass die strengen Regeln des "größten Unterstützerclubs der Hells Angels" - wie sich die "Roten Teufel" selbst gern bezeichnen - eingehalten werden. Allerdings ist Kennern der Rockerszene bekannt, dass der "Sergeant at Arms" auch für die Bewaffnung des Clubs zuständig ist und "bewaffnete Strafaktionen organisiert".

Erst kürzlich posierte Dennis Sch. in seinem sogenannten Patch (Lederweste mit Clubemblem), um für ein Foto einem Russlanddeutschen die Hand zu schütteln. Tags zuvor hatten sich "Devils" und Ausländer auf einem Volksfest eine handfeste Schlägerei geliefert.

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