Magdeburg l Die erste deutsche Akademie für Mikrotherapie ist gestern in Magdeburg offiziell eröffnet worden. Gründer sind die Magdeburger Medizin-Professoren Jens Ricke (Radiologie), Hans Lippert (Chirurgie) und Peter Malfertheiner (Gastroenterologie).

Die Akademie bietet Ärzten eine Weiterbildungsplattform für minimalinvasive Verfahren, bei denen Mediziner verschiedener Fachrichtungen zusammenarbeiten. "Wir wollen einen Paradigmenwechsel einläuten", sagte gestern Professor Jens Ricke, Akademie-Präsident, zugleich auch Direktor der Klinik für Radiologie und Nuklearmedizin am Universitätsklinikum Magdeburg.

Heute ist es möglich, faustgroße Tumore ohne große Schnitte am Körper des Patienten zu inaktivieren, wo als Wundverband nur ein Heftpflaster benötigt wird. Für diese Eingriffe ist ein viel engeres Zusammenspiel von Medizinern verschiedenster Fachrichtungen, unter anderem von Radiologen, Chirurgen und beispielsweise Gastroenterologen nötig - wie sie am Magdeburger Universitätsklinikum bereits praktiziert wird, aber längst noch nicht Standard ist. Aus dieser Zusammenarbeit heraus entstand die Akademie für Mikrotherapie. Dabei kommt dem Radiologen bei der Behandlung von Krebserkrankungen ein viel stärkeres Gewicht zu. "Er liefert längst nicht mehr nur das Bild, sondern ist wesentlicher Behandlungsbestandteil", erläutert Professor Peter Malfertheiner, Direktor der Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Transplantationschirurgie am Universitätsklinikum.

Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) bezeichnete die Akademie-Gründung als großen Erfolg für den Wissenschaftsstandort Sachsen-Anhalt.