Ende November fällt der Startschuss für die Nordverlängerung der A 14. Bei Colbitz erfolgt d er erste Spatenstich für die neue Trasse von Magdeburg nach Schwerin.

Magdeburg l Die Verkehrsministerien in Magdeburg und Berlin wälzen derzeit die Terminkalender, damit möglichst viel Politprominenz dabei sein kann, wenn Deutschlands größter Autobahnneubau gestartet wird. In den nächsten zehn, zwölf Jahren soll die 1,3 Milliarden Euro teure, 155 Kilometer lange, vierspurige Straße gebaut werden. "Zwischen dem 15. und 30. November geht es offiziell los", sagte gestern Verkehrsminister Thomas Webel (CDU). Dann werden die ersten sechs Kilometer in Angriff genommen. Der Abschnitt ist zugleich Ortsumfahrung von Colbitz - 2014 soll der Verkehr darauf rollen.

Mit der A-14-Nord würde Sachsen-Anhalt besser an die Ostsee angebunden und die Altmark bekäme erstmals einen Anschluss ans Autonbahnnetz. Die Autobahnfahrt von Magdeburg nach Wismar an die Ostsee würde sich von derzeit 350 Kilometer auf 225 Kilometer und gut zwei Stunden Fahrtzeit verkürzen. Für die 270 Kilometer lange Alternativstrecke über Bundesstraßen rechnet der Routenplaner fast dreieinhalb Stunden Fahrtzeit aus.

Klagen erwartet

Wann die A-14-Nord durchgängig befahrbar ist, kann derzeit niemand sagen, da Umweltschützer bereits Klagen angekündigt haben. Eine juristische Auseinandersetzung zu erwarten ist im nächsten Jahr, wenn zwei in naturschtzrechtlicher Hinsicht höchst heikle Abschnitte zwischen Dolle und Lüderitz (bei Stendal) fertig geplant sind. Für die 23 Kilometer haben die Planer vorsorglich zwei Wildbrücken sowie 7 Wild- und Fledermausquerungen eingefügt - ob das reicht, entscheidet im Klagefall das Bundesverwaltungsgericht Leipzig.

Webel ist dennoch optmistisch und plant weiter: So soll der für die Altmark wichtige A-14-Zubringer - die neue Bundesstraße 190 - nach Osten verlängert werden. Damit verbunden wäre eine neue Elbebrücke, die vor allem für die Region Havelberg ein Segen wäre. Die nächsten Brücken sind jeweils 40 Kilometer (Tangermünde/Wittenberge) entfernt. "Wir wollen diesen Abschnitt als vordringlichen Bedarf für den Bundesverkehrswegeplan anmelden", sagte Webel.

Während in der Altmark geplant wird, sollen in der Landesmitte noch bis Jahresende zwei wichtige Straßenbauten fertig werden.

Schneller in den Harz

Im Dezember will Webel den Abschnitt Aschersleben/Bernburg der Bundesstraße 6 für den Verkehr freigeben. Die vierspurige, auch "Nordharzautobahn" genannte Schnellstraße kreuzt an dieser Stelle die Autobahn Magdeburg-Halle. Somit bekommen Wernigerode, Blankenburg und Quedlinburg eine direkte Anbindung an die A 14. Außerdem gelangen Autofahrer nun durchgängig vierspurig von Magdeburg in den Harz.

In den Neubau der nunmehr fast 100 Kilometer langen Bundesstraße 6 wurden seit ihrem Baustart 1997 fast 500 Millionen Euro investiert. Von Bernburg soll die Trasse - dann dreispurig - bis zur A 9 nach Dessau verlängert werden.

Autofahrer aus dem Norden, die die 20 bis 30 Kilometer kürzere Strecke über Halberstadt oder Hedersleben in die Harzstädte bevorzugen, werden ebenfalls bald besser bedient. Ende November sollen die für diese Route wichtigen Bundesstraßen 189 und 81 von Wolmirstedt über Magdeburg bis nach Egeln komplett vierspurig befahrbar sein. Im letzten Bauabschnitt bei Egeln Nord erledigen Firmen noch ein paar Restarbeiten, teilte das Verkehrsministerium mit. Ab Egeln geht es dann zweispurig weiter in Richtung Halberstadt oder Aschersleben.