Stendal/Möckern (wb) l Nach mehreren Verfahren wegen hygienerechtlicher Verstöße ist die Geflügelschlachtfirma Wiesenhof Möckern ins Visier der Staatsanwaltschaft Stendal geraten. Behördensprecher Thomas Kramer sagte gestern: "Wir ermitteln gegen Verantwortliche des Unternehmens. Es geht um den Verdacht des Betruges, des Subventionsbetruges und anderer Tatbestände. Wir stehen aber noch ganz am Anfang."

Auslöser der Ermittlungen ist die mit detaillierten Schilderungen gespickte Strafanzeige des Magdeburger Rechtsanwaltes Uwe Bitter. Hauptvorwurf: Wiesenhof habe von 2002 bis 2010 ohne gesetzlich notwendige Genehmigungen gearbeitet und damit unter anderem zu Unrecht Fördermittel erhalten. Die Behörden hätten das lange Zeit geduldet. Das Unternehmen ließ die Vorwürfe über ein Münchner Pressebüro zurückweisen. Dessen Sprecher Frank Schroedter sagte: "Eine Betriebserlaubnis für Wiesenhof Möckern hat permanent bestanden." Das hat auch das Agrarministerium kürzlich auf eine Anfrage der Linken geantwortet. Bitter gestern dazu: "Ich habe die Anzeige nicht ohne sorgfältige Vorbereitung erarbeitet. Wenn die Landesregierung erklärt, es habe eine Betriebserlaubnis gegeben, kann das nur bedeuten, dass hier etwas vertuscht werden soll, anstatt aufzuklären."