Aufregung im Landkreis Börde: Angeblich spricht ein Unbekannter aus einem VW-Bus heraus Kinder an. Bei der Polizei in Haldensleben häufen sich die Meldungen. Ursache ist eine Ketten-E-Mail, die schon andernorts für Angst sorgte.

Haldensleben l "Achtung! Es ist ein Unbekannter mit einem weißen VW-Bus unterwegs, der Kinder anspricht. Der Schulbus sei ausgefallen, er nehme sie mit. Die Polizei warnt schon in Schulen." So oder leicht abgewandelt lautet das Gerücht über einen durchreisenden Sexualstraftäter, das derzeit über E-Mail, Facebook oder Mundpropaganda verbreitet wird. Aktuell sorgt diese Warnung im Landkreis Börde und den angrenzenden Landkreisen für helle Aufregung unter Eltern, Lehrern und Kindern.

15 Hinweise bekam allein das Polizeirevier Börde bisher, dass Kinder angesprochen worden seien oder verdächtige weiße Transporter gesehen wurden. Doch bei allen bisherigen Ermittlungen fanden die Kriminalisten nichts Konkretes oder zerschlug sich der Verdacht. So stellte sich beispielsweise ein als verdächtig gemeldeter weißer VW-Bus mit Stendaler Kennzeichen als Lieferfahrzeug heraus.

Die Ermittler glauben mittlerweile, sie jagen einem Phantom hinterher. Denn bisher stießen sie am Ende auf das verbreitete Gerücht, auf Hörensagen als Ursprung der Meldungen. "Uns liegen keine konkreten Hinweise auf einen Sexualstraftäter vor", erklärte der amtierende Revierleiter Christian Schulke gestern. Umfangreiche Ermittlungen und Zeugenbefragungen führten bisher ins Leere.

Woher das Gerücht ursprünglich kommt, ist unklar. Klar ist nur, dass es sich rasend schnell verbreitet und eine gewisse Eigendynamik entwickelt hat. Die Warnung kursiert nicht nur in der Region, sondern in mehreren Bundesländern. In Nürnberg, Rostock, Hamburg oder in Nordrhein-Westfalen soll der Bus in den vergangenen Tagen und Wochen gesehen worden sein. Selbst aus Tirol kamen gleiche Meldungen. In allen Fällen ermittelten die Behörden, aber Konkretes ergab sich nicht.

"Wir nehmen jeden Hinweis sehr ernst und gehen dem auch nach. Wer diese Warnung bekommt, sollte aber uns informieren und sie nicht weiterleiten und Ängste schüren. Wir wollen nicht, dass jetzt jeder weiße Transporter verdächtigt wird", sagte Kripo-Chef Eckhard Gluschke gestern.