Nachterstedt (dapd) l . Die Zukunft des "Concordia"-Tagebausees in Nachterstedt im Salzlandkreis ist nach dem folgenschweren Erdrutsch vom Sommer 2009 weiter ungewiss. Derzeit sind die Untersuchungen an 13 von 25 Messpunkten abgeschlossen. Auch im Winter soll im "Concordia"-Tagebausee von drei Pontons aus weiter gemessen werden. Ein endgültiges Ergebnis kündigte der Chef der Lausitzer und Mitteldeutschen Bergbau-Verwaltungsgesellschaft (LMBV), Mahmut Kuyumcu, gestern in Nachterstedt für 2013 an.

Am 18. Juli 2009 hatte sich ein Teil der Böschung am Rande des Tagebausees, der geflutet wird, gelöst und drei Bewohner mitsamt ihren Häusern in den See gerissen. Sie starben bei dem Unglück. Weitere 42 Menschen mussten ihre Häuser verlassen und konnten bis heute nicht zurückkehren. Sie erhielten andere Häuser.

Bis zum Vorliegen der Ergebnisse ermunterte Wirtschaftsministerin Birgitta Wolff (CDU) Vertreter der Ortschaften um den See und Gewerbetreibende, Konzepte zur weiteren Nutzung vorzulegen. Sie regte an, den Radweg in den Harz auszubauen. Das sei auch dann eine gute Investition, wenn der See vorerst noch nicht wieder genutzt werden könne.

In den vergangenen Monaten waren immer wieder Ergebnisse der Ursachenforschung angekündigt worden. Auch eine teilweise Nutzung des "Concordia"-Sees war im vergangenen Jahr für 2012 in Aussicht gestellt worden. Dass diese in weitere Ferne gerückt ist, daran ließ Kuyumcu keinen Zweifel. Er rechne erst für 2013 mit endgültigen Untersuchungsergebnissen. Erst danach werde sich der Bergbausanierer zur Zukunft des Sees äußern. Es werde aber wieder eine touristische Nutzung geben.

Die Bürgermeisterin der Gemeinde Seeland, Heidrun Meyer, sagte, in diesem Jahr sei ein Informationspunkt fertiggestellt worden, im kommenden Jahr werde man weitere Projekte in Angriff nehmen. "Es kommen immer wieder Touristen an den See und fragen", sagte sie. "Jetzt erhalten die Leute wenigstens vor Ort Auskunft." Es gehe weiter am "Concordia"-See.

Heute sollten die Einwohner der Gemeinde Seeland, zu der Nachterstedt gehört, über die Zukunft des Gebiets informiert werden.