Magdeburg l Die Gewerkschaft Verdi hat eine schnelle Entscheidung darüber gefordert, wie es mit den vor der Insolvenz stehenden Spielbanken in Halle, Magdeburg und Wernigerode weitergeht. Seit Mai sind die Casinos dicht, die 70 Mitarbeiter sitzen zu Hause und bekommen mittlerweile Arbeitslosengeld. "Sie haben natürlich große Angst um ihren Arbeitsplatz und würden sich über eine gute Nachricht zu Weihnachten sehr freuen", sagt Hans-Ekkehard Stieglitz, Gesamtbetriebsratsvorsitzender für die Spielbanken in Sachsen-Anhalt.

Die Gewerkschafter hoffen jedoch, dass es bald eine Lösung gibt, denn der Noch-Inhaber Güven Eraslan soll dem Vernehmen nach mit drei möglichen Investoren konkrete Verkaufsgespräche führen. Eine davon ist der Spielautomatenhersteller Apex aus Österreich. Eraslan war gestern allerdings nicht für die Volksstimme erreichbar, um die Verhandlungen zu bestätigen.

Gibt es einen ernsthaften Interessenten für die Konzession, erwartet Verdi-Sekretär Bernhard Stracke, dass der vorläufige Insolvenzverwalter André Löffler kurzfristig den Verkauf vornimmt und gemeinsam mit dem Innenministerium ein Genehmigungsverfahren einleitet. Dann könnte der Spielbetrieb schon in wenigen Monaten wieder aufgenommen werden. Passiert nichts, verfällt die Konzession im Mai 2012 und kann vom Land neu ausgeschrieben werden. Es könnte Eraslan die Konzession außerdem vorher entziehen, nennt Stracke eine dritte Möglichkeit.

Die Mitarbeiter macht die Ungewissheit mürbe. "Sie hätten statt der Warterei dann lieber ein Ende mit Schrecken", sagt Hans-Ekkehard Stieglitz. Eigentlich haben alle noch eine Beschäftigungsgarantie von drei Jahren.

"Die Landesregierung muss auf Erhalt der Arbeitsplätze drängen", verlangt Stieglitz. Er ist überzeugt: Der Spielbank-Betrieb in Sachsen-Anhalt lohnt trotz sinkender Umsätze immer noch. Mit Poker-Veranstaltungen hätten die Casinos zuletzt wieder Aufwind gespürt. Ein Investor müsste jedoch Geld in die Hand nehmen, um die veralteten Spielautomaten zu ersetzen. Die Räumlichkeiten seien in einem "jammervollen Zustand". 2010 hatte das Land in Erwartung höherer Gewinne seine Spielbanken privatisiert.

Der neue Besitzer kam jedoch schnell in Geldschwierigkeiten und auch dessen Nachfolger Eraslan konnte nicht genügend Barmittel nachweisen. Das Innenministerium stoppte deshalb Mitte Mai den Spielbetrieb.

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