Magdeburg l Die Arbeitnehmer zwischen Arendsee und Zeitz waren 2010 öfter und länger krank als beinahe alle anderen Deutschen. Durchschnittlich drei Tage länger sind sie im vergangenen Jahr wegen Arbeitsunfähigkeit zu Hause geblieben. Nur die Thüringer mussten noch öfter zum Arzt.

Wie aus dem gestern in Magdeburg vorgestellten Barmer GEK Gesundheitsreport 2011 hervorgeht, fallen vor allem die Kreise Mansfeld-Südharz, Anhalt-Bitterfeld sowie Halle durch eine überdurchschnittlich hohe Krankheitsdauer auf. Um 20 Prozent liegen die Fallzahlen hier über dem Bundesdurchschnitt, der bei 14 Tagen liegt.

Ein Gesundbrunnen scheint dagegen die Region Salzwedel zu sein - die Einwohner der westlichen Altmark sind im Bundes- und Landesvergleich wesentlich seltener von Verletzungen, Atemswegserkrankungen und Rückenbeschwerden betroffen. Die Menschen im "Land der Frühaufsteher" sind außerdem psychisch wesentlich stabiler als die schwermütigen Nordlichter in Schleswig-Holstein und Hamburg oder in Berlin. Dennoch sind die psychischen Erkrankungen auch in Sachsen-Anhalt auf dem Vormarsch. Speziell in Magdeburg und der Börde gibt es immer mehr Fälle, so der Report. Sonst machen den Bürgern vor allem Erkrankungen des Verdauungs-, Atmungs- und Kreislaufsystems zu schaffen.

Die aus den Daten von bundesweit 3,43 Millionen Erwerbstätigen gewonnene Statistik zeigt: Frauen und vor allem junge Männer zwischen 14 und 19 Jahren sind deutlich häufiger arbeitsunfähig als der Durchschnitt - aber in der Regel nur für wenige Tage. Ältere Arbeitnehmer erkranken dagegen seltener, aber dafür länger. "Wir gehen davon aus, dass die meisten Erwerbstätigen auch wirklich krank waren", sagt Barmer GEK-Sprecherin Claudia Szymula mit Blick auf die Statistik. Dass jemand blau mache, belegten die Zahlen nicht. Warum die Daten je nach Landkreisen so unterschiedlich sind, liege im Bereich der Spekulationen. "Wir interpretieren die Zahlen nicht, das bleibt jedem Leser selbst überlassen", so Szymula. Insgesamt fällt zwar auf, dass die Menschen in Ostdeutschland öfter krank sind als in den westdeutschen Bundesländern. Bei einzelnen Krankheitsbildern löst sich dieses Ost-West-Bild jedoch auf, und auch in den Regionen gibt es deutliche Unterschiede.

"Diese Statistik ist vor allem wichtig für Arbeitgeber", erklärt Barmer GEK-Landesbereichsleiterin Elke Sy. Aber auch Kommunalverwaltungen interessieren sich für die Zahlen - und natürlich die Kasse selbst, die dadurch regionale Schwerpunkte bei der Gesundheitsvorsorge setzen kann.

Die Barmer GEK ist mit 8,6 Millionen Versicherten Deutschlands größte bundesweit tätige Ersatzkasse. In Sachsen-Anhalt hat sie rund 300000 Versicherte.

Der Gesundheitsreport zum Nachlesen ist ab Montag unter www.barmer-gek.de zu finden.

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