Magdeburg l In der Frage um die Zukunft der seit Mai geschlossenen Spielbanken in Halle, Magdeburg und Wernigerode gibt es eine Wende: Das Innenministerium hat am Freitag Anhörungsschreiben an Insolvenzverwalter André Löffler und Spielbanken-Anteilseigner Güven Eraslan geschickt. Bis Ende Januar haben sie Zeit, einen Käufer für die 2010 privatisierten Casinos zu präsentieren. Ansonsten will das Land Eraslan die Konzession entziehen und sie neu ausschreiben.

"Wir haben die letzten Monate, in denen der Insolvenzverwalter versuchte, eine tragfähige Lösung zu finden, eng begleitet. Derzeit sehen wir keinen Fortschritt und keine Aussicht der kurzfristigen Wiederaufnahme des Betriebes", sagte eine Ministeriumssprecherin. Interessenten hätten Probleme mit der rechtlichen Gestaltung einer Übernahme.

"Für die Arbeitnehmer, die seit Monaten auf Lohn warten, bietet sich keine Perspektive auf Weiterbeschäftigung", so die Sprecherin. Für die 70 Casino-Mitarbeiter, die seit Mai 2011 zu Hause sitzen, bedeutet das wohl trotz Beschäftigungsgarantie den Gang in die Arbeitslosigkeit. Das Innenministerium setzt darauf, dass eine Neuausschreibung den Interessentenkreis vergrößert und die Chance bietet, gesicherte Arbeitsplätze zu schaffen. Auf Casino-Altlasten in Höhe von mehreren hunderttausend Euro bleibt das Land in diesem Fall wohl sitzen.