Magdeburg/Hötensleben l Innerhalb von knapp sieben Stunden haben sich nur 55 Kilometer voneinander entfernt zwei Tötungsdelikte ereignet. Im Bördekreis wurde ein 20-Jähriger erstochen in Magdeburg ein 22-Jähriger.

Am Freitag, kurz nach 23 Uhr, hatte ein 19-Jähriger in Hötensleben (Bördekreis) die Polizei alarmiert. Der ehemalige Lebensgefährte seiner Freundin - 20 Jahre alt - versuche, sich mit Gewalt Zutritt zur Wohnung im Ortszentrum zu verschaffen, hieß es.

Als die Polizei um 23.43 Uhr bei der angegebenen Adresse eintraf, fand sie den 20-Jährigen blutüberströmt und bereits tot in der Wohnung des Mehrfamilienhauses liegen. Er war erstochen worden.

Unter dringendem Tatverdacht stand zu diesem Zeitpunkt bereits der neue Freund der 21-jährigen Frau und dreifachen Mutter. Er wurde festgenommen. Sonnabend erließ der Richter Haftbefehl. Der Verdächtige sitzt in Magdeburg in Untersuchungshaft.

Fahndung nach Drogendealer aus Kamerun

Nach Volksstimme-Informationen hat der 19-jährige Michael G. die Tat eingeräumt. Als Motiv soll er das massive Vorgehen seines Vorgängers und die Angst vor Übergriffen angegeben haben.

Am Sonnabend gegen 5 Uhr kam es im Haltestellenbereich des Magdeburger Hasselbachplatzes/Breiter Weg zu einer Auseinandersetzung zwischen zwei Afrikanern. Dabei wurde ein 22-Jähriger aus Mali durch Stiche dermaßen schwer verletzt, dass er trotz ärztlicher Hilfe gegen 6 Uhr im Krankenhaus starb.

In dringendem Tatverdacht steht ein 24-Jähriger aus Kamerun. Er soll sein Opfer erstochen haben. Ob es sich bei der Waffe um eine zerbrochene Flasche gehandelt hat, wie Zeugen des Vorfalls ausgesagt haben, oder um ein Messer, ist noch nicht völlig klar.

Ermittelt wurde allerdings sehr schnell die Identität des Afrikaners. Identifiziert hat den Afrikaner ein Taxifahrer, der ihn unmittelbar nach der Tat nach Magdeburg-Buckau gefahren hatte. Auch die Tatzeugen gaben den Namen des Mannes preis.

Der letzte Standort des Verdächtigen war bis Redaktionsschluss der Bereich des Encke-Carrees in Magdeburg-Stadtfeld-West. Dort war sein Handy geortet worden.

Täter und Opfer, die bereits seit einigen Jahren in Magdeburg leben, sind polizeibekannt. Auf ihrem Konto stehen sowohl Drogendelikte als auch Körperverletzung. So wurde der 24-Jährige bereits öfter mit Messerstichen in Verbindung gebracht.