Halle l Die Bevölkerung Sachsen-Anhalts schrumpft weiter. Laut Statistischem Jahrbuch 2011, das gestern in Halle vorgestellt wurde, lebten am 30. Juni dieses Jahres 2,32 Millionen Menschen in Sachsen-Anhalt, das waren 12000 Einwohner weniger als noch am Jahresanfang. Seit dem 3. Oktober 1990 hat sich die Bevölkerungszahl um mehr als eine halbe Million verringert. Der Rückgang entspricht der heutigen Einwohnerzahl der Städte Halle, Magdeburg und Dessau zusammen.

Innenminister Holger Stahlknecht (CDU), der das 21. Jahrbuch zusammen mit dem Präsidenten des Statistischen Landesamtes, Manfred Scherschinski, präsentierte, verkündete, dass in der Kindertagesbetreuung der unter Dreijährigen Sachsen-Anhalt mit einer Betreuungsquote von 56,1 Prozent auf dem ersten Platz im Bundesländervergleich liege. "Das ist ein Standortvorteil für unser Bundesland, der junge Familien zum Herkommen bewegt", meinte Stahlknecht.

Nach der Wirtschaftskrise 2009 sei die Erwerbstätigkeit in Sachsen-Anhalt 2010 um 0,4 Prozent gestiegen, berichtete Scherschinski. "Die Wirtschaft hat sich nach der Krise sehr gut erholt", so sein Fazit. Das Bruttoinlandsprodukt - Ausdruck für die volkswirtschaftliche Gesamtleistung der Region - wuchs im ersten Halbjahr 2011 um 4,5 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Damit hatte Sachsen-Anhalt nicht nur ein höheres Wachstum als im Bundesdurchschnitt, sondern auch die höchste Wachstumsrate aller neuen Bundesländer. 2010 war für Sachsen-Anhalt ein Spitzenjahr für die Tourismusbranche sowie in Bezug auf die Anzahl der Studenten (54078).

Und auch diese Zahlen gibt das Statistische Jahrbuch 2011 preis: Jeder zehnte Einwohner ist ein Kind. Jeder Vierte ist im Renten-alter. Auf 100 Einwohner kommen 50 Pkw. Alle sieben Minuten kracht es im Straßenverkehr. Und ein Zwei-Personen-Haushalt erzeugt im Jahr fast eine Tonne Müll.

Das zweiteilige Jahrbuch umfasst 764 Seiten und kann für 20 Euro beim Statistischem Landesamt in Halle erworben werden.