Magdeburg l Still geworden war es um die im Koalitionsvertrag vereinbarte Gemeinschaftsschule. In dieser Schulform soll es möglich sein, alle Schulabschlüsse zu erwerben. Nun gibt es einen ersten Konzeptentwurf im Kultusministerium. Demnach könnte die Gemeinschaftsschule optional von der ersten bis vierten Klasse eine Primarstufe bieten, von der fünften bis zur achten Klasse eine Basisstufe und in der neunten und zehnten Klasse eine Profilstufe. Danach steht die berufliche Ausbildung außerhalb der Schule oder der Besuch der gymnasialen Oberstufe an der Gemeinschaftsschule an. Mit der Gemeinschaftsschule könne, so die Autoren der Studie, eine größere Durchlässigkeit gewährleistet werden.

Die Idee von der Gemeinschaftsschule trifft indes nicht auf ungeteilte Zustimmung. So kritisiert der Philologenverband Sachsen-Anhalt auf Nachfrage der Volksstimme das Lernen an einer gemeinsamen Schule: Die individuellen Voraussetzungen der Schüler könnten hier nicht berücksichtigt werden.

Dem setzt der Konzeptenwurf eine verstärkte individuelle Förderung entgegen: "Differenzierungsmaßnahmen sollen die Individualisierung von Lernprozessen in heterogenen Gruppen ermöglichen", heißt es da.

Als Mindestgrößen sieht der Konzeptentwurf des Kultusministeriums 180 Schüler für den ländlichen Raum und 240 Schüler für die dichter besiedelten Gebiete vor. Bis April kommenden Jahres sollen die Vorgaben für Antragstellungen vorliegen, ab Juni sollen Gesamtkonferenzen und kommunale Gremien entscheiden, bevor bis Dezember die Anträge beim Kultusministerium gestellt werden. Im August 2013 könnte - so der Konzeptentwurf umgesetzt wird - der Schulbetrieb an den ersten Gemeinschaftsschulen beginnen.