Magdeburg (wb) l Sachsen-Anhalts Verkehrsministerium hat die jüngste Fahrpreiserhöhung der Deutschen Bahn kritisiert. Über seinen Sprecher Harald Kreibich ließ Verkehrsminister Thomas Webel (CDU) gestern mitteilen: "Aus unserer Sicht sind die regelmäßigen Preisanhebungen der Bahn nicht geeignet, öffentliche Verkehrsmittel als sinnvolle Alternative zum Individualverkehr zu profilieren und so mehr Fahrgäste zu gewinnen."

Die staatseigene Bahn hatte zum Fahrplanwechsel am 11. Dezember die Preise im Nahverkehr um durchschnittlich 3,9 Prozent erhöht und im Fernverkehr um im Schnitt 2,7 Prozent. Nach Berechnungen des bundesweiten Bündnisses "Bahn für alle" hat die Bahn seit 2003 die Preise im Nah- und Fernverkehr um mehr als 31 Prozent erhöht. Damit seien die Bahnpreise doppelt so stark gestiegen wie das allgemeine Preisniveau.

Webels Sprecher Kreibich sagte, das Land versuche, die steigenden Fahrpreise durch mehr Qualität und möglichst bedarfsgerechte Angebote zu kompensieren. "Aber dafür gibt es natürliche Grenzen. Durch zu große und regelmäßige Preissprünge besteht die Gefahr, dass eine Unwucht entsteht und die Zahl der Fahrgäste spürbar abnimmt."

Webel widersprach zugleich der Forderung der Umweltschutzorganisation BUND, juristisch gegen die Preiserhöhung vorzugehen. Seit einer Gesetzesänderung vor vier Jahren gebe es die frühere Einspruchsmöglichkeit für die Bundesländer nicht mehr, so der Verkehrsminister.