Von der Atombombe über die Antibabypille bis zur Stammzellenforschung – immer wieder geraten wissenschaftliche Leistungen in Konflikt mit unserem ethischen Bewertungssystem. Professor Dr. Jörg Hacker, Präsident der Nationalen Akademie der Wissenschaften Leopoldina, fordert in einem Gespräch mit Volksstimme-Autorin Ute Semkat von den Wissenschaftlern ein selbstkritisches Nachdenken über die Folgen von Forschung.

Volksstimme: Herr Professor Hacker, sollte es Dinge geben, die besser unerforscht bleiben?
Prof. Jörg Hacker: Nein. Die Grundlagenforschung soll sich mit den Themen beschäftigen können, die aus der Forschung heraus kommen. Der Physiker Carl Friedrich von Weizsäcker hat das sinngemäß einmal so formuliert: Wenn man in der Wissenschaft eine Tür aufstößt, dann sieht man sieben neue Türen, in die man hineingehen muss. Aber in der Anwendung gibt es dann Bereiche, in denen nicht geforscht werden sollte
Nehmen wir mein engeres Gebiet, die Forschung an Infektionskrankheiten: Natürlich muss die Wissenschaft die molekularen Mechanismen aufklären, um wirksame Therapien zu entwickeln. Aber wenn man aus derselben Forschung Trägersubstanzen für biologische Waffen entwickeln wollte, muss ich das ablehnen.

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