Magdeburg l Eben noch saß Deutschland an beziehungsweise zu Weihnachten gemütlich in Familie unterm Baum, schon ist das Land in eine alljährliche, unsägliche Zeitfalle geraten. Bis Neujahr leben wir irgendwo im Nirgendwo zwischen den Jahren.

Schon semantisch ist das eigentlich Blödsinn: Seit wann gibt es eine zeitlose Pufferzone zwischen zwei Jahren? Die gehen doch sekundengenau ineinander über. Das lernt man in der 1. Klasse. Natürlich nicht zwischen den Jahren, da sind Ferien.

Warum ist die erkennbar sinnlose Zwischen-Jahres-Floskel nur in aller Munde? Nun, wenn drei Viertel des Volkes die Beine baumeln lässt, muss dafür wohl irgendeine griffige Bezeichnung her. Und zwischen den Jahren - das klingt eben seriöser als kollektives Nach-Weihnachtskoma. Genau durch dieses taumelt Deutschland nämlich in diesen Tagen.

Wo es geht - und am besten geht das erfahrungsgemäß bei Behörden aller Art - wird konsequent zugemacht. Anderswo halten "Stallwachen" einen Notbetrieb aufrecht. Alles wirklich Wichtige bleibt liegen. Das ist so Tradition zwischen den Jahren.

Natürlich hält ein Industriestaat wie Deutschland einen solchen ökonomischen und gesellschaftlichen Dämmerzustand nicht lange durch.

Deshalb braucht es einen Weckruf. Weswegen wohl gibt es das Feuerwerk an beziehungsweise zu Silvester? Geister vertreiben, neues Jahr begrüßen? Alles Käse. Es wird geballert, damit jeder weiß: Nach dem letzten Schontag an beziehungsweise zu Neujahr hat die Gammelei ein Ende!