Magdeburg (dapd) l Zum zweiten Mal werden im kommenden Jahr in Sachsen-Anhalt Kulturlandschaftsführer ausgebildet. 20 Männer und Frauen setzen sich ab Anfang Januar dafür 80 Stunden auf die Schulbank. 2011 absolvierten zwölf Interessenten den erstmals angebotenen Lehrgang. Nach bestandener Prüfung erhielten die Teilnehmer ein Zertifikat. Ziel sei, Touristen mit noch mehr Fachkunde durch das Bundesland zu begleiten, sagte die Geschäftsführerin des Landesheimatbundes, Annette Schneider-Reinhardt.

Im Gegensatz zu klassischen Stadtführern informierten die Kulturlandschaftsführer mehr über die Einflüsse menschlichen Wirkens auf die Umwelt, beispielsweise über Bergbaufolgelandschaften wie im Mansfelder Land, oder Bäume auf Feldern, unter denen früher bei der Feldarbeit Pausen gemacht wurden.

Zwischen Altmark und Burgenland gibt es etwa 600 Gästeführer. Alle hätten mindestens einen Grundkurs von 140 Stunden absolviert, sagte die Geschäftsführerin des Tourismusverbands Sachsen-Anhalt, Bärbel Pieper. In Kooperation mit Industrie- und Handelskammern, Bildungsträgern und dem Landesheimatbund gebe es die Möglichkeit, mit einem "Baukastensystem" zusätzliches Wissen, unter anderem zum Thema Lutherweg oder für Kirchenführer, zu erwerben. Nach 600 Stunden gebe es ein EU-Zertifikat.

Die meisten Gästeführer seien im Nebenerwerb tätig, sagte Pieper. Unter ihnen fänden sich Studenten, Hausfrauen, Lehrer, Senioren oder Ingenieure.