Fünf Städte in Sachsen-Anhalt bewerben sich um die Ausrichtung der Landesgartenschau 2018. Trotz knapper Kassen wollen sie mit Millioneninvestitionen den Erfolg Ascherslebens im Jahr 2010 wiederholen.

Magdeburg l Vier Davids treten gegen Goliath an: Die Kleinstädte Burg, Arneburg, Naumburg und Sangerhausen wollen dem Ex-Bundesgartenschau-Ausrichter Magdeburg im Rennen um die Ausrichtung der vierten Landesgartenschau in Sachsen-Anhalt die Stirn bieten.

Kleinster Bewerber ist dabei das direkt an der Elbe gelegene 1600-Einwohner-Städtchen Arneburg im Landkreis Stendal. Die Arneburger wollen unter dem Motto "Zukunftslandschaft Arneburg" 325000 Besucher auf ein 30 Hektar großes Gelände rund um die ehemalige Konservenfabrik locken und für regionalen Obstanbau in der Region sowie den schonenden Umgang mit nachwachsenden Ressourcen begeistern. In eine neue Sporthalle, einen Aussichtsturm sowie Spiel- und Parkplätze sollen 15,2 Millionen Euro investiert werden, ein Drittel davon soll aus dem eigenen Stadtsäckel kommen. Auch wenn der Zuschlag am Ende nicht erfolgt, will Arneburg einzelne Bausteine des Konzepts umsetzen.

In Burg, Kreisstadt des Jerichower Landes, sind die Einwohner schon seit Monaten Feuer und Flamme für die Landesgartenschau. Würde sie doch die Möglichkeit bieten, die historische Altstadt und zwei Parks entlang der Ihle neu zu gestalten, Stadtgeschichte, Natur- und Erholungsräume zu verbinden. Bis zu 500000 Besucher erhoffen sich die Burger Stadtväter und wollen rund 11 Millionen Euro in ein grünes Zentrum investieren. Nach umfangreichen Sparmaßnahmen und mehr Gewerbesteuereinnahmen hatte der Landkreis als Kommunalaufsicht kurz vor Weihnachten grünes Licht für eine Bewerbung Burgs gegeben.

"Klotzen, nicht kleckern", lautet die Devise in der nahen Landeshauptstadt. Nach der Bundesgartenschau 1999 wollen die Magdeburger 2018 auch die LaGa in die Elbestadt holen und dafür 43 Millionen Euro investieren, davon 14 Millionen Euro Eigenmittel. Dreh- und Angelpunkt der Schau soll die acht Hektar große In- dustriebrache des einstigen Schwermaschinenbau-Kombi- nats "Ernst Thälmann" im Stadtteil Buckau werden. Dazu kommen Maßnahmen zur Verkehrsentlastung und Brückenschläge an die nahe Elbe sowie in die südöstlichen Stadtteile Fermersleben, Salbke und Westerhüsen.

Zwei weitere Bewerber kommen aus dem südlichen Sachsen-Anhalt. In Naumburg (Burgenlandkreis) ist man fest entschlossen, den Schwung der erfolgreichen Landesausstellung Naumburger Meister mitzunehmen. "An der Saale hellem Strande" ist der Arbeitstitel, denn im Ortsteil, Kurort und Solebad Bad Kösen soll das Zentrum des Gartenschaugeländes entstehen. Die Naumburger Domgärten und die Landesschule Kloster Pforta werden Korrespondenzorte. "Wir wollen den bereits bestehenden Kurpark links und rechts der Saale durch Sanierung und Neubauten als grüne Mitte aufwerten", erklärt Stadtsprecher Felix Müller.

Mehr als 100 Jahre Erfahrung mit Blumen

Wo bisher nur eine Fähre auf der Saale unterwegs ist, soll eine neue Brücke gebaut werden. Erhält Naumburg den Zuschlag für die LaGa, rechnen die Stadtväter fest mit 400000 Besuchern, da bereits jetzt viele Touristen in die Region kommen. 13,4 Millionen Euro sollen insgesamt investiert werden, 5 Millionen Euro sollen aus der Naumburger Stadtkasse kommen. "Damit hätten wir die günstigste Landesgartenschau", so Müller.

Über 100 Jahre Erfahrung im Umgang mit Blumen bzw. Rosen haben die Einwohner der "Berg- und Rosenstadt" Sangerhausen, Kreisstadt (Landkreis Mansfeld-Südharz). Mit ihrer Bewerbung für die Landesgartenschau wollen die Sangerhausener ihre beiden größten Sehenswürdigkeiten, das Europa-Rosarium und die historische Altstadt, miteinander verbinden. Am Bach Gonna soll deshalb ein neuer Park entstehen.

"Außerdem könnten wir bis 2018 weitere sowieso geplante Infrastrukturmaßnahmen umsetzen", hofft Silvia Reichwald vom Fachdienst Stadtplanung. Zu den jährlich rund 150000 Rosariums-Besuchern sollen dann 300000 Gäste dazukommen. Mehr als zehn Millionen Euro will Sangerhausen in sein Gartenschaugelände stecken, falls die Stadt den Zuschlag erhält.

Wer das Rennen macht, will die Landesregierung Anfang März 2012 auf Grundlage der Empfehlung einer neunköpfigen Vergabekommission entscheiden. Sie besteht unter anderem aus Landschaftsarchitekten, Gartenbau-Experten sowie Vertretern des Städtebundes und der Umwelt-, Kultus-, Wirtschafts- und Verkehrsministerien und wird sich vor Ort ein Bild von den Bewerbern machen. Das Land fördert die Ausrichtung der Landesgartenschau mit 5 Millionen Euro. Seite 6

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