Der Blaue Bock wird möglicherweise noch in diesem Jahr verkauft. Bis zur Expo Real im Oktober will Aengevelt-Immobilen Magdeburg die Angelegenheit in trockenen Tüchern haben - hieß es gestern.

Altstadt l "Wir verhandeln im Auftrag des Eigentümers Prelios seit einiger Zeit sehr intensiv über den Blauen Bock", sagte Wulf Aen- gevelt, Chef des gleichnamigen Immobilienunternehmens. Man führe Gespräche mit zwei großen Investorengruppen. Die Stadt mit dem Oberbürgermeister und Nachbar Karstadt, dessen Keller ins Grundstück Blauer Bock ragen sollen, seien einbezogen. Es gebe bei den derzeitigen Verhandlungen noch keine notariellen Aktivitäten, sagte er.

Er werde alles daransetzen, zur Expo Real im Oktober dieses Jahres mit dem Erfolg der Verhandlungen aufwarten zu können, verkündete er gestern bei der Vorstellung des 21. Aengevelt-Reports zum hiesigen Immobilenmarkt. Er ist zuversichtlich: Die Abrissimmobilie befinde sich immerhin auf einem Filetstück in der Innenstadt, das seinesgleichen in Sachsen-Anhalt suche, wertete er. Fest steht seinen Auskünften zufolge, dass in dem vorgesehenen Neubau auf über 6000 Quadratmeter Bürofläche und auf 4500 Quadratmeter Einzelhandel etabliert werden. Außerdem sollen im Umfeld rund 100 Parkplätze eingerichtet werden.

Wer die beiden aktuellen Verhandlungspartner um den Blauen Bock sind, wolle er, so Wulf Aengevelt, in Absprache mit diesen zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht sagen.

Der Blaue Bock gilt als Ärgerimmobilie, die seit über 10 Jahren die City-Entwicklung blockiert. Inzwischen kursieren Vermutungen, dass der leer stehende zehngeschossige Klotz sowie das Grundstück schon verkauft worden seien. Das bestätigte Wulf Aen- gevelt gestern auf Volksstimme-Nachfrage nicht.

Bekannt ist aber inzwischen, dass Eigentümer Prelios Deutschland generell seine Immobilien in Deutschland veräußern wolle. Als möglichen Käufer hatte die Deutsche Immobilienzeitung am 26. April Bilfinger/Berger genannt. CDU-Stadtrat Michael Hoffmann stellte daraufhin eine Anfrage in der jüngsten Stadtratssitzung, um das Thema dort aktuell an die Tagesordnung zu bringen. Für den Abriss des maroden Plattenbaus stehen laut Stadtverwaltung übrigens nach wie vor 400 000 Euro Fördergeld bereit. Baurecht besteht längst.

Entscheidend bei der Investition ist für die Banken die Vermietung. Daran werde zielstrebig gearbeitet, sagte die Magdeburger Aengevelt-Niederlassungsleiterin Annett Lorenz-Kürbis. Was den Handel betreffe, so sollen u. a. Neuansiedlungen im Textilbereichen im unteren Teil Einzug halten. Orientiert werde dabei für die City der Landeshauptstadt auf hochwertige Segmente. Peek Cloppenburg werde nicht dabei sein, hieß es. Wenn Bau- und Eröffnungstermin feststehen, wird die Vermietungsquote weiteren Schub bekommen.

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