Magdeburg | Dass Sachsen-Anhalt ein Bevölkerungsproblem hat, ist so neu nicht. Junge Leute wandern auf der Suche nach Ausbildungsplätzen und gut bezahlten Arbeitsplätzen ab. Familien ziehen sich aus ländlichen Regionen zurück, weil etwa die Angebote in Sachen Kinderbetreuung in Ballungsräumen besser ausgebaut sind.

Abwanderung und Bevölkerungsentwicklung sind auch zentrale Aspekte einer bislang unveröffentlichten Studie des Leibnitz-Instituts für Länderkunde. Die belegt, so berichtet der MDR aus der Studie, dass Sachsen-Anhalt in ganz Europa Schlusslicht ist.

Von den Sachsen-Anhaltern, die ihre Heimat auf der Suche nach einer besseren Perspektive verlassen haben, kehren nur die wenigsten zurück. Die stärkste Gruppe unter den Abwandernden machen junge Frauen aus. Auf 100 Männer kämen laut der Studie in Sachsen-Anhalt nur noch 70 Frauen.

Die Kombination aus Bevölkerungsschrumpfung, dynamischer Alterung und Abwanderung junger Menschen sei nirgends in Europa so groß wie in Sachsen-Anhalt, zitiert der MDR den Leipziger Demografieforscher Tim Leibert.

Im vergangenen Jahr hatte das Leibnitz-Institut zur Thematik eine Online-Umfrage gestartet, bei der Menschen befragt wurden, die im Ausland oder in Westdeutschland gelebt haben, und in ihre Heimatregion, den Harz, zurückgekehrt sind oder zurückkehren wollten. Bereits damals hatte das Institut bekanntgeben, dass zwar 62 Prozent der Abgewanderten gern in ihre Heimat zurückkehren wollten, es aber nur ein Fünftel schaffe.