Halberstadt l Die Union hat im Harz ihr Direktmandat verteidigt. Heike Brehmer bleibt Bundestagsabgeordnete. Elke Reinke (Linke) und Mario Hennig (SPD) hatten am Wahlsonntag nicht den Hauch einer Chance auf einen Erfolg.

Immer wieder Beifall, bei jeder Hochrechnung wird der Applaus im "Alten E-Werk" in Blankenburg lauter. Die Christdemokraten sind kurz vor 20Uhr in Partylaune: Deutlicher Sieg der Kanzlerin in Berlin, für die Direktkandidatin Heike Brehmer sieht es nach einem klaren Erfolg aus, und auch ihr Landratskandidat Martin Skiebe scheint uneinholbar vorn liegend.

Mitten unter den 60, 80 CDU-Mitgliedern, Sympathisanten und Wählern genießt die 50-jährige Bundestagsabgeordnete den Abend. Es ist auch ihr persönlicher Erfolg, erklärt Brehmer. Knapp die Hälfte der Wahlbezirke sind ausgezählt, da liegt sie bei den Erststimmen mehr als zwei Prozentpunkte vor dem CDU-Parteienergebnis. Sie sagte aber auch, "ohne die Erfolge der Bundeskanzlerin und der CDU hier vor Ort gäbe es diesen schönen Wahlsieg nicht".

"Nur wenn ich es geschafft hätte, wäre es ein Erfolg für mich", erklärt Elke Reinke. Die Linke-Kandidatin liegt in der Mitte des Wahlabends deutlich vor dem SPD-Bewerber. Doch sie "habe nie gerechnet und keinen Gedanken daran verschwendet", wieviel Prozent sie für den Bundestagseinzug benötige. Dennoch, so die Aschersleberin, sei sie "mit unserem Wahlkampf zufrieden".

SPD-Direktkandidat Mario Hennig nennt das Abschneiden der SPD und sein persönliches Resultat "enttäuschend". "Es hat sich gezeigt, dass man als einzelner Kandidat hier im Harz nichts ändern und das Ruder nicht herumreißen kann", so der Siptenfelder, der Konsequenzen aus seinem Wahlergebnis indes ausschließt.

Sabine Wetzel ist über ihr Abschneiden "enttäuscht". Unsere Themen wie Tierschutz, Steuererleichterungen und Energiewende "haben keine Rolle gespielt", so die Bündnisgrüne. Den hohen Stimmenzuwachs für Heike Brehmer (CDU) führt die Wernigeröderin auf den "Merkel-Bonus" zurück.

Im Lager der Harz-Piraten ist die Stimmung gut. "Wir sind besser als die FDP", erklärt Parteisprecherin Kristin Spengler für den Kandidaten Henning Lübbers, der die Piraten-Wahlparty schwänzt.

Mit einem besseren Ergebnis hat Detlef Ebert gerechnet. "Die allgemeine Haltung zur FDP in Deutschland" macht der Westerhäuser für sein Abschneiden verantwortlich.

   

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