Parteien, die an der 5-Prozent-Hürde scheitern, können doch in den Bundestag, wenn sie in mindestens drei Wahlkreisen das Direktmandat holen. Wie funktioniert das?

Beispiel: Partei A erhält vier Prozent der Zweitstimmen und ihr würden rechnerisch 20 Sitze zustehen. Normalerweise zieht die Partei nicht in den Bundestag, und die Mandate fallen an die anderen, erfolgreichen Parteien. Gewinnen aber drei Kandidaten der Partei A in ihren jeweiligen Heimatwahlkreisen die meisten Erststimmen, sieht die Lage anders aus: Dann erhält Partei A doch alle 20 Sitze: Drei gehen an die Wahlkreissieger, die übrigen 17 an die Kandidaten der Landeslisten. Erhält eine Partei nur zwei Direktmandate, ziehen nur diese beiden Wahlkreissieger ins Parlament - dann zählen die Zweitstimmen nicht.

Zuletzt profitierte die PDS von diesen Regelungen: Sie erzielte 1994 nur 4,4 Prozent, konnte aber dank vier gewonnener Direktmandate mit 30 Abgeordneten in den Bundestag einziehen.