Havanna/Karatschi (dpa/kc). Zwei Flugzeuge sind in Kuba und Pakistan abgestürzt und haben 89 Menschen in den Tod gerissen. Und rund 36 Stunden nach der Notlandung eines A380 in Singapur ist dort gestern erneut eine Qantas-Maschine, eine Boeing 747, mit Triebwerkschaden außerplanmäßig gelandet. Nach solchen Nachrichten fragen sich viele: Ist Fliegen wirklich die sicherste Art, sich fortzubewegen?

Den Absturz des kubanischen Flugzeugs auf einem Inlandsflug haben vermutlich Ausläufer des Wirbelsturms Tomás verursacht. An Bord waren 40 Kubaner und 28 Ausländer, unter ihnen zwei Deutsche. Beim Aufprall ging das Flugzeug in Flammen auf.

Den Absturz eines zweimotorigen Flugzeugs in der pakistanischen Hafenstadt Karachi überlebte – ebenso wie auf Kuba – keiner der Insassen. An Bord der Propellermaschine, die von der italienischen Ölgesellschaft Eni gechartert worden war, waren vier Besatzungsmitglieder und 17 Passagiere. Unfallursache war der Ausfall eines Motors.

Auch wenn immer wieder schwere Flugzeug-Unglücke, Vogelschlag oder Beinahe-Katastrophen Schlagzeilen machen: Insgesamt ist die Unfallrate von 1990 bis 2008 "signifikant gefallen", wie es im jüngsten Bericht der Internationalen Zivilluftfahrt-Organisation heißt. Dennoch ist bei vielen Menschen die Angst vor einer Flugreise größer als vor einer Autofahrt. 20 Prozent der Deutschen fürchten sich Umfragen zufolge vor dem Fliegen. Unbegründet?

Der Autor Jan-Arwed Richter vom Hamburger Flugunfallbüro Jacdec pflegt seit 19 Jahren die Statistik über Zwischenfälle im Flugverkehr. Er weiß: "Setzt man die steigenden Passagierzahlen und den zunehmenden Flugverkehr ins Verhältnis mit den Abstürzen, nimmt die Zahl der schweren Unglücke kontinuierlich ab."

Die Frage der Sicherheit bleibt jedoch relativ. Denn die Risiko-Statistik lässt sich unterschiedlich lesen – je nachdem, welche Aspekte man in Relation setzt. Vergleicht man die Zahl der Todesfälle mit der Zahl der Flüge, ergibt sich, dass beim Fliegen mehr Menschen sterben als im Auto oder in der Bahn, wie Thomas Kostrzewa von der Bundesstelle für Flugunfalluntersuchung sagt. Mit Blick auf die zurückgelegten Kilometer ist dagegen Bahnfahren erheblich gefährlicher. Statistisch gesehen sterben auf 100 Millionen Flugkilometer 0,03 Menschen.