Im Allgäu gibt es ein Dorf, das als erstes richtig per Street View begehbar ist: Oberstaufen. Der Erste Bürgermeister der Gemeinde, Walter Grath, erklärt, warum Oberstaufen bei Google Street View ganz vorn dabei sein wollte.

Frage: Warum ist gerade Oberstaufen der erste Ort in Deutschland, der – zumindest teilweise – virtuell begehbar ist?

WalterGrath: Unsere Touristiker waren der Meinung, warum eigentlich die Anti-Haltung gegenüber Google. Wir waren der Meinung, unser Ort ist so schön, den können wir doch ruhig herzeigen. Deshalb war unsere erste Reaktion, wir gehen aktiv an die Öffentlichkeit und sagen: Google ist in Oberstaufen willkommen.

Frage: Was versprechen Sie sich vom Projekt Google Street View?

Grath: Man weiß es ja aus anderen Ländern, wie zum Beispiel der Schweiz, dass dieses Medium von potenziellen Gästen sehr stark genutzt wird. Man informiert sich wesentlich besser als durch einen Prospekt oder nur das Internet. Wenn man sich durch Google sozusagen durch den Ort durchsteuern kann, dann erhoffen wir uns schon, dass wir hier als erster Ort eine relativ große Aufmerksamkeit erregen werden.

Frage: War das auch schon Ihre Position, als im Sommer das Thema Street View sehr kritisch diskutiert wurde?

Grath: Ich habe natürlich alle Seiten abgewogen und mich gefragt, was kann eigentlich passieren. Wir sind so oder so überall bekannt und es gibt ohnehin schon Webcams und Fernsehkameras. Warum sollen wir es eigentlich nicht machen? Die Vorteile liegen auf der Hand. (dpa)