War die Wette zu riskant, die der Kandidat bei "Wetten, dass..?" gewagt hat? Ein erfahrener Stuntman meint: Nein. Im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dpa erzählt René Lay, Geschäftsführer beim Bundesverband deutscher Stuntleute, auch von seinen eigenen Erfahrungen bei "Wetten, dass..?".

Frage: War die Wette, bei der sich der Kandidat schwer verletzt hat, zu schwierig?

RenéLay: Es war eine sehr hohe Leistung, die der junge Mann da absolvieren wollte. Zwar nicht zu schwierig, aber eine Verkettung vieler Umstände. Es war nicht unmöglich, was er da vorhatte.

Frage: Würden Sie selbst diesen Stunt genauso machen?

Lay: Ich habe sowas selbst noch nicht gemacht. Wir würden es vermutlich auch anders lösen, wir würden den Kollegen an Seile hängen, damit wir nicht so ein großes Risiko eingehen müssen.

Frage: Sie waren selbst mal Kandidat bei "Wetten, dass..?". Wie hoch ist der Druck hinter den Kulissen?

Lay: Vor zwei Jahren haben wir mal einen Feuerstunt gemacht. Die Kollegen von "Wetten, dass..?" waren sehr verantwortlich und sehr skeptisch. Sie haben gefragt, können wir das in einer Livesendung machen, funktioniert das, schafft Ihr das, können wir dieses Risiko eingehen? (...) Ich war sehr erstaunt, wie verantwortlich die Kollegen damit umgegangen sind und wie wenig sie auf Sensation aus sind. Im Gegenteil: Es soll die Leute unterhalten, aber es soll auf keinen Fall eine Gefahr für irgendjemanden sein.

Frage: Kann man als 23-Jähriger die Situation schon richtig einschätzen oder hat sich Samuel Koch vielleicht überschätzt?

Lay: Man kann durchaus als 23-Jähriger so weit sein, so einen Stunt auszuführen. Der Kandidat hat sich sehr gut vorbereitet, er hatte gute Protektoren, er hatte einen Helm auf. Er war sich bewusst, was alles passieren kann. Unfälle passieren immer wieder. (...) Das ist etwas, das man immer in Kauf nehmen muss. (dpa)