Hannover/Braunschweig (dpa). Eisregen sorgte gestern Morgen in Teilen Niedersachsens für chaotische Straßenverhältnisse. Insbesondere im Großraum Braunschweig bildete sich binnen Minuten eine bis zu zwei Zentimeter dicke Eisschicht auf den Fahrbahnen.

"Für zwei Stunden galt auf der A2 zwischen Hämelerwald und der Landesgrenze Sachsen-Anhalt ein Fahrverbot für Lastwagen ab 7,5 Tonnen", sagte ein Sprecher der Autobahnpolizei. Zwischen Peine und der Landesgrenze hatte sich der Verkehr auf etwa 60 Kilometer nur noch im Schritttempo voranbewegt. Lkw-Fahrer fuhren die nächsten Parkplätze an oder stoppten kurzerhand auf dem Standstreifen. Landesweit kam es zu zahlreichen Unfällen.

Gestern Abend kam der Verkehr auf der A2 dann fast zum Erliegen. Zwischen Hannover und der Landesgrenze zu Sachsen-Anhalt staute er sich in beiden Richtungen auf 100 Kilometer Länge.

"Wer nicht fahren muss, sollte das Auto unbedingt stehenlassen", betonte ein Sprecher der Verkehrsmanagementzen-trale. Immer wieder hatten sich Lastwagen auf der spiegelglatten Fahrbahn quergestellt. Die A 39 musste am Morgen zwischen Braunschweig Süd und Wolfsburg komplett gesperrt werden, um den Streudienst voranzuschicken. "Es ist einfach zu gefährlich für den normalen Verkehr", hieß es.

Die Autofahrer mussten viel Geduld mitbringen, blieben aber insgesamt gelassen. "Meckern bringt nichts. Davon geht der Schnee auch nicht weg", sagte Kevin Hübner, der mit seinem Lastwagen seit 6.00 Uhr auf der A2 bei Hannover unterwegs war. Größere Sorgen hatte Silvana Schulze, die mit ihren zwei Kindern schon seit Stunden unterwegs auf dem Weg nach Berlin war. "Noch ist die Stimmung gut. Mal sehen, wie lange die Kinder noch durchhalten."

Die Aussichten für die kommenden Tage sind dabei alles andere als rosig, weil das Streusalz allmählich knapp wird. "Auf den Autobahnen werden nur noch die Hauptfahrstreifen gestreut. Die Bundes- und Landesstraßen werden erstmal gar nicht mehr gestreut, sondern nur noch geräumt", sagte Heike Haltermann von der Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Hannover. Bislang seien etwa 90000 Tonnen Streusalz verbraucht, so viel wie in einem gesamten normalen Winter.

Auch die Deutsche Bahn kam am Donnerstag nicht ungeschoren davon. "Im Fernverkehr kam es am Morgen zu Verspätungen von bis zu 30 Minuten und einigen Zugausfällen", sagte eine Bahn-Sprecherin. Der Nahverkehr sei aber recht reibungslos verlaufen.

Kaum Behinderungen gab es am Flughafen Hannover. "Wegen der Enteisung der Start- und Landebahnen kommt es nur zu geringfügigen Verspätungen von bis zu 20 Minuten", sagte ein Flughafensprecher.

Dagegen bringt das eisige Wetter auch die Schifffahrt ins Stocken. Der Mittellandkanal sollte an Heiligabend mittags von Wolfsburg bis Magdeburg und später bereits ab der Schleuse Hannover-Anderten gesperrt werden. Die Stichkanäle Salzgitter, Linden, Hildesheim und Misburg sowie der Elbe-Seitenkanal waren bereits am Donnerstag unpassierbar.

Über die Weihnachtstage wird nach Angaben der Wasser- und Schifffahrtsdirektion Mitte kein Eisbrecher im Einsatz sein.