Berlin/Frankfurt/Main (dpa). Wenige Tage vor Heiligabend wächst die Furcht, dass das Winterchaos Tausenden das Weihnachtsfest verdirbt. Reisende saßen gestern weiter auf Flughäfen oder an überfüllten Bahnsteigen fest. Vor allem auf den europäischen Luftfahrtdrehkreuzen blieb die Lage so angespannt, dass die EU-Kommission die Flughafenchefs zum Rapport einbestellte; sie kritisierte die schlechte Organisation der Flughäfen.

Der Rhein-Main-Flughafen Frankfurt musste am frühen Morgen wegen neuer Schneefälle gesperrt werden. Am Vormittag konnte der Betrieb zwar wieder aufgenommen werden, mindestens 300 Flüge wurden aber gestrichen. Über Stunden war nur eine der drei Start- und Landebahnen freigegeben.

Inzwischen entbrannte ein Streit zwischen dem Betreiber Fraport und dem Deutschen Wetterdienst, ob die Niederschläge für Frankfurt überhaupt vorhergesagt worden sind. Der größte europäische Flughafen London-Heathrow war am vierten Tag in Folge weitgehend lahmgelegt.

Etwas Erleichterung gab es auf der Schiene. Die Deutsche Bahn ändert kurzfristig ihre Fahrpläne auf wichtigen Fernverkehrsstrecken. Sie reagiert damit auf den starken Zustrom von Reisenden, deren Flüge ausfallen oder die nicht mit Auto fahren wollen. Von heute an bis voraussichtlich zum Jahresende sollen zusätzliche Intercity-Züge auf den Nord-Süd- und Ost-West-Routen eingesetzt werden. Dafür werden die Strecken weniger ausgelasteter IC-Linien zum Teil verändert, zum Teil werden auf diesen Verbindungen ersatzweise Regiozüge eingesetzt.

Auch auf den Straßen entspannte sich die Situation etwas. Behinderungen verursachte der Schnee allerdings in Hessen und im Rhein-Main-Gebiet. Meinung