Magdeburg/Wiesbaden (dpa) l Die Zahl von extremem Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen ist im vergangenen Jahr in Sachsen-Anhalt im Vergleich zu 2009 zurückgegangen. Wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte, wurden im zurückliegenden Jahr 580 Kinder und Jugendliche im Alter von 10 bis 20 Jahren nach einem sogenannten Koma-Saufen in Krankenhäuser gebracht. 2009 waren es noch 633 Fälle.

Vor allem bei den Älteren über 15 Jahre sank die Zahl der akuten Rauschzustände deutlich. So verzeichneten die Statistiker 449 Fälle. 2009 waren es noch 504 Fälle. Bei den Kindern stieg die Zahl von extremen Alkoholmissbräuchen hingegen leicht von 129 im Jahr 2009 auf jetzt 131. Besonders Mädchen im Alter von 10 bis 15 Jahren griffen verstärkt zur Flasche. Hier stieg die Zahl der Vorfälle von 57 im Jahr 2009 auf 68 im vergangenen Jahr an.

Auch bundesweit betranken sich weniger Kinder als im Jahr zuvor. Hier ging die Anzahl je 100000 Einwohner gegenüber 2009 um 5,5 Prozent auf 102,8 zurück. Bei den Jugendlichen zwischen 15 und 20 Jahren hingegen gab es eine Zunahme um 2,9 Prozent auf 513,3 Fälle je 100000 Einwohner. Insgesamt wurden 2010 knapp 26000 Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene zwischen 10 und 20 Jahren wegen akuter Alkoholvergiftung in einem Krankenhaus behandelt. 2009 waren es noch 26400 gewesen.

Der leichte Rückgang sei "keine gute Nachricht", findet Raphael Gaßmann, Geschäftsführer der Deutschen Hauptstelle für Suchtfragen: "Seit Jahren sind wir bei Alkoholvergiftungen auf einem völlig indiskutablen Niveau."