Berlin (dpa) l Elektronik aus Plastik - für diese Idee haben Dresdener Wissenschaftler und Unternehmer den Deutschen Zukunftspreis gewonnen. Mit ihrer Technik könnten Träume wahr werden: Bildschirme, die man zusammenrollen und in die Tasche stecken kann. Taschen, die Handys aufladen. Oder eine Fensterscheibe, die nachts auf Knopfdruck leuchtet und das Zimmer in ein angenehmes Licht taucht - und dabei kaum Strom verbraucht.

Bundespräsident Christian Wulff vergab die Auszeichnung. Die Sieger im 15. bundesweiten Wettbewerb um die besten marktreifen Ideen aus den Technik-, Ingenieur- und Naturwissenschaften erhalten ein Preisgeld von 250000 Euro. Beteiligt an der prämierten Erfindung sind das Fraunhofer-Institut und die Technische Universität Dresden sowie ihre ausgegründeten Firmen Dresdner Novaled AG und Heliatek GmbH. Sie schlugen in der Endrunde zwei Teams aus Baden-Württemberg, die mit Autofahrer-Assistenzsystemen und effektiveren Solarzellen aus Galliumarsenid punkten wollten.

Groß war die Freude der Sieger aus Ostdeutschland. "Das war eine Überraschung bei der Konkurrenz", sagte Teamsprecher Karl Leo. Die neue Technik funktioniert so: Bisher wird für elektronische Bauteile vor allem anorganisches Silizium verwendet. Das Material ist zwar ein guter Halbleiter, aber spröde und teuer. Eleganter ist es, einen organischen Stoff zu verwenden, beschlossen die Dresdner Ingenieure. Ein Problem ist, dass die Substanzen in der Regel keine guten Halbleiter sind. Die Entwickler steigerten die Leitfähigkeit mit der gezielten Beimischung anderer chemischer Stoffe. Damit ist die organische Elektronik ähnlich wie Silizium-Chips vielseitig einsetzbar.